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Die an dem Mittelländischen Meer in dem herrlichen Provence gelegene Hadelstadt Marstlien/wurdein disemJahr mit einer erfchröcklich grausamenPest heim,>gesucher. Selbiges Übel wäre durch einen Schiff- Capitain / der den i s. Junii außLevante mit seinem von Seiden beladenem Schiff/ indenHaven zuMarfilienein-lauffte / außgebceitet worden. Als die Güter außgrladen wurdm / verspührren alleLeuth/ so hierbeyzugegen waren/ in ihren Köpften einen sehr behend und grossenSchmertzen/aufwelchen ein starckes Erbrechen so gte/ so dan bekamen sie grosse Ge-schwür/ so daß innerhalb z. Täg alle mit Tod absangen. Man sahe sich umb andereLeuth umb/ umb sich derselben bey Außladung der Güter zu bedienen/ allein selbigemußten wie die erstere die Weit quittiren. Die Medici und Chirurgs sagten gleicheinhelliglich/daß das Ubel/womit dieLeuth überfallen wurden/die veritable Pest seye.Sodan brachte man auß Befelch der Obrigkeit/ die angesteckte Personen auf die f.bis 6. Französische Meil von der Stadt abgelegene Oede/ so genannte Javer-- Jnsul;Allein man mußte mit Schröcken erfahren/ daß alle/so die Krancken dahin gebracht/mit und nach denselbigen den Todten - Reyhen gehen mußten. Der Magistrat zuSevilien liesse alsogleich die Thor beschkiessen/vorwelchen schwartze Gezelt aufgeschla-gen worden/ denen jenigen/ soungefähr dahin kommen mochten/ die Gefahr dardurchzu verstehen zu geben. Das unvermuthete Übel wuchs je langer je mehr / und manrehlte in wenig Tagen über fünf hundert Todte; Selbiges verließ auch dasjenigeHauß/ in welches es sich einmahl eingeschlichen/ nicht ehe / als bis es einen Menschennächstem andern/ Eltern sambt den Kindern/ binnen einerZeit von zweymahl 24.Stund / todt darnider gelegt / so daß man öfters über die ,o. in einem Hauß zehlete.Wan ein Hauß gäntzlich zelärt »nd außgestorben wäre / so wurde dasselbige gleich zu-gemaurt; Alle die jenige aber/so den Umbgang mit denen Jnficirten aepfiogen/wur-den in ihren Haussen eingeschlossen/ und etlich Täg nach einander geräucheret. IndemAugustmouat waren schon in die zwanzig bis zwey und zwanzig tausendMenschenhinweg gerafft; Sonderbar hatte dise leydige Sucht mehrentheilö bey denen Weibs-Personen/und sonderbar bey denen schwangeren/ deren vier lausend gezehlet wurden/seine Ravage gemacht/deren wenig mit dem Leben darvon kommen. In einem Laza-reth zu Marsilien sahe man auf der einen Seiten eines Saals fünfhundert fast inTods-Nöthen ligende Krancke/ aufder andern Seiten aber ein Anzahl aufeinandergelegte Todten- Cörper. Die Todten- Cörper wurden durch die Soldaten in einemkleinen Schiff in die See hinauß geführt/ und allda verlencket; Über das waren 60.Karren bestellt / die Todte an bestimmmte Orth zu überführen. Man befände sich ge»nöthiget / eine Anzahl von hundert Ruder, Knechten von ihren Banden zu besreyen/umb sich ihrer Hülff in Vegrabung der Todten- Cörper zu bedienen /! welche aber inwenig Tagen biß auf r. gestorben. In dem Monath September waren schon beyfünfund vierzig tausendMann durch diePest hinweg geraffet gewesen/sonderbar hatteder Nordwind gemeiniglich allen an diser Seuch kranck gelegenen Leutben den Ga-rauß gemacht. Weil sich die Seuche dermaßen außbreitete/ daß deß Tags mehr als?6o. Personen stürben / begaben sich in die lausend und fünfhundert reiche und wohl -habende Haußhalten/ benöthigtesj Proviant mit sich nehmend/ auf das Land M
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