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Betrachtungen über die Mahlerey / [Christian Ludwig von Hagedorn]
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und dem Schönen überhaupt, n

nach der Natur, der untern Seelenkräfte an derklaren und undeutlichen Vorstellung begnügenmuß. Wer die Schönheit fühlet, überläßt Hä-hern Kräften den Beweis der Vollkommenheit.Aber die Uebereinstimmung des Mannickfaltigenin Einem bleibt der Schönheit, wie der Vollkom-menheit, allemal wesentlich.

Der Grund lieget abermal in unserer Natur.'Wir sind zu einem Fortgange in Erkenntnissenbestimmt, die uns durch Mannichfaltigkeit dar-geboten werden müssen; und selbst unser Vergnü-gen an der Verschiedenheit und Neuheit, fol-get aus dem eingepflanzten Triebe zu den Erkennt-nissen, den der gütige Schöpfer, wie viel andereBedürfnisse mit der Annehmlichkeit vergesellschaf-tet hat. Die Einförmigkeit würde uns einschlä-fern. Zerstreuung würde die unordentliche Man-nichfaltigkcit unannehmlich begleiten, oder diese we-nigstens unsere Sinnen ermüden, wenn Unterord-nung und Zusammenstimmung nicht auf einen **)

Endzweck

Die Einförmigkeit würde z. B. einem Gemählde Nach-theil bringen, »der ihm nach der Sprache der Künstler,,rveh thun. Da hingegen iene Zusammenstimmung altdemselben wesentlich erfordert wird. Ich wünsche also, daßlbey einigen Schriftstellern, wenn sie von der angenehmenZusammenstimmung des Verschiedenen reden wollen, da»Wort Einförmigkeit (runikn-m-ce) keinen Mißverstandveranlasse, wie etwa» «in gewisser guter deutscher Schrift-steller an Gemählden die Einförmigkeit gelobet, und ver-muthlich