6z Dritter Brief. Wentworth-Castle.
Kalk, und zwar in großer Menge, so daß zwey unddreyßig Scheffel auf einem Acker gerechnet werden.Der Dünger aus dem Hofe wird nicht mit Erde ver-mengt, sondern gleich auf Weizen-und Rübenfeldgefahren. Man säet hier auch etwas Rocken in fünf-mal gepflügtes Feld, und erbauet von zween Schef-feln Aussaat im Durchschnitte dreyßig.
Der Sitz des Grafens von Strafford zu Went-worth-Castle bey Varnsley verdient gesehen zu wer-den. Die neue Vorderseite gegen den Park ist eineder schönsten in England; ste ist simpel und zierlich,insonderheit giebt ihr die auf sechs KorinthischenSäulen ruhende Halle ein cdeleö Ansehen. Es fehltnicht an allerley Tischen von Marmor aus Sienaund Egypten, an einer prächtigen Bibliothek undan Gemälden. Die vornehmsten darunter sindfolgende:
David mit Goliaths Haupte wird für des CarlMaratti Arbeit ausgegeben. Zwey vortrefflich aus-geführte Viehstücke voh Rosa. Eine Diana gutnach Guido kopirt; der Körper ist schön gemalt,hingegen sind die Arme in dem blauen Gewände nichtrecht gerathen. Im Speisesaale hängt der großeGraf von Strafford, ein Meisterstück des VanDyck. Die Gallerie fällt prächtig in die Augen;die Säulen sind von Marmor mit vergoldeten Ka-pitälen. In den Säulenweiten stehen marmorneStatuen: Ein Apollo, eine Egyptische Priesterinn,Bacchus und Ceres. Hier hängen auch schöne Ge-mälde: Zwo Schlachten von Bourguignon. KönigKarl der Erste auf der Insel Wight von Van Dyck.Carl Maratti mit einer Türkinn, die viel Reiz be-sitzt, von ihm selbst gemalt. Von diesem Meisterist auch Christus im Oelgarten,und das Weib, welche
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