Sechster Brief. Worksop. 177
Wirthschaftshofe keinesweges hinreicht. Die nöthi-gen Arbeiten, zumal die Versorgung des Viehes,welche vom Hofgesinde abhängt, wird dadurch oftvernachläßigt. Man muß daher auf Mittel sinnen,diesem Uebel vorzubeugen, und deswegen suchen ei-nen Teich oder einen Kanal aus einem Flusse in denHof zu leiten. Ich wollte dreymal so viel dafür ge-ben, wenn die Kühe in einem Hofe gefüttert würden,darinn fließendes Wasser ist, als wenn es gcplumptwerden muß. Als ich den Hof besähe, kam einWagen mit Trebern, welche an den reinsten Stellenhingeschütttt wurden, damit die Schweine sie fres-sen sollten; dieß ist ein Beweis, daß es an hinläng-lichem Platze für die Schweinezucht fehlt. Es müß-ten Cistern cn angelegt werden, um die Trebern,wenn viele da sind, hinein zu schütten, und sie bisauf eine Zeiit aufzubewahren, da das Futter nicht sohäufig ist. In diese Cistcrnen sollten Röhren ausder Milch- und Waschkammer geleitet werden, undandere sollten wieder aus diesen in die Tröge derStälle gehen, um die Schweine bequem, und ohnedaß etwas 'verloren geht, zu füttern.
Bey einem so weikläuftig angelegten Hofe müß-ten auch Schuppen mit Raufen und Krippen seyn,ferner Ställe zu Mastochsen, ein besonderer Platz zugroßen Stroh - und Heuschobern. Hinter den Stäl-len der Mastochsen sollten Kammern zu Rüben,Möhren und Kraut liegen, um jedem Mastochscnaus diesen vermittelst Thüren mit Schiebern gleichdas Futter zu geben.
Der Herzog läßt einige hundert Acker Feldesdurch seine eigene Wirthschaft bestellen. Weil solcheviel Sand haben, so gerathen die Möhren vortreff-lich darinn; sie werden gehackt und gegäter, wie es
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