290 Einund dreyßigster Brief. Harleyford.
Sie haben hier auf den Melkereyen langhörnig-te Kühe, die aber nicht sonderlich sind. Herr Clay-kon hat eine holderneßische Kuh, wclche.wöchentlichzwölf Pfund Butter giebt. Sie mästen Schweineüber vierhundert Pfund schwer. Auf hundert AckerPflugland rechnet man sechs Pferde, und spannt de-ren viere ein, und pflügt sechs bis sieben Zoll tief.Hier ist das Häckerlingschneiden sehr üblich.
Sonst war die Armensteuer hier vier Schilling,nenn Pfennige vom Pfund Sterling, jetzt aber istsie nur drittehalb Schilling. Zu eben der Zeit, dadieselbe so gefallen ist, haben sie das erborgte Kapi-tal, welches zur Erbauung eines Werkhauseö erfor-dert wurde, meistens abstoßen können. Die verrin-gerte Armenstcuer hat man blos dieser neuen Anstaltzu danken. In dem Haufe darf niemand Thee trin-ken, es hat aber viel Mühe gekostet, es so weit zubringen. Die armen Weiber beschäftigen sich hierso sehr mit Klöppeln, daß es schwer hält, welche zurFeldarbeit zu bekommen. Sie trinken durchge-hcnds Thee.
Es giebt viele ansehnliche Buchenwälder in die-ser Gegend, welche meistens in den Händen der Ei-genthümer sind. Der Nutzen derselben ist sonderbar.Man theilt sie nicht in ordentliche Schläge wie Un-terholz ein, sondern läßt sie als einzelne Stämme zujungen Bäumen aufwachsen. Alle sechs bis siebenJahre, werden welche heraus gehauen, und nachzwey und dreyßig Jahren wird der zwölfte bis zumzwanzigsten Theil abgetrieben, und als Feuerholznach London geschaft. Dieß giebt eine jährliche Nu-tzung von zehn Schilling vom Acker. Auf manchemAcker steht in diesen Wäldern für dreyßig bis fünfund dreyßig Pfund Sterling Holz, folglich sind sie
dadurch