Band 
Vierter Theil.
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Neun und breyßigster Brief.

sonen gebauet wird, noch nicht hinlänglich nach al-len ihren Vortheilen bekannt ist: untersucht manaber die Sache genau, so wird es nicht schwer hal-ten , den Grund der anscheinenden Widersprüche zuheben. Diese Untersuchung bahnt vielleicht denWeg zu künftigen richtigen Begriffen von dieserSache.

Man hat den Krautbau zum Futter für das Vieh,durchgängig aus dem Gesichtspunkte betrachtet, umdadurch ein Futter im Frühling zu gewinnen, wenndie Rüben verzehrt sind. Diese Meynung haben dieLandwirthe ohne Unterschied, bey allen Arten vonKraut, und auch bey beyden Jahreszeiten den Sa-men zu säen, gehegt. Daraus ist ein großer Ir-thum bey der Cultur des Krauts entstanden, unddie Feinde dieser Pflanze, sind dadurch auf falsche Ge-danken gebracht worden.

Die Cultur dieser Pflanze zum späten Früh-lingsfutter, und die vorthcilhafteste Cultur dersel-ben überhaupt, sind zwey sehr vcrschicdne Dinge.Wenn ich die verschiedenen Nachrichten, die ich da-von eingezogen, genau erwäge, so bin ich über-zeugt, daß man das Kraut verfüttern muß, ehe eszuletzt an Güte abnimmt, nämlich wenn die Blät-ter noch frisch und grün sind. Das ist überhauptvor Weyhnachten, und wenn es im Frühjahr ge-pflanzt ist, um Michael. Alsdenn sollte man Och-sen und Schafe damit mästen, ohne Absicht auf einspätes Frühlingsfutter. Dieß ist ohne Zweifel dienutzbarste Anwendung des Krauts.

Den wichtigen Endzweck, vierzig bis fünfzigTonnen des besten Futters zur Mästung im Herbst,läßt man unverantwortlicher Weise fahren, um einungewisses spätes Frühlingsfutter zu erhalten, wo-für