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Neun und dreyßigsier Brief»
Aus diesen Gründen behaupte ich, daß dasKraut niemals den verdienten Rang unter den Fut-terpflanzen bekommen wird, so lange man es nichtzur Mästung anwendet, und zu der Zeit, da es in sei-nem besten Zustande ist, verfüttert. Man wird indieser Reise finden, daß diejenigen, welche ihr Krautauf diese Art gebrauchen, den größten Vortheil ma-chen, und also den besten Beweis für meine Mey-nung geben.
Daß das wahre schottische Kraut bis zum Mayim Felde steht, ohne aufzuspringen und zu sprossen,ist eine unleugbare Sache, wiegt man es aber imDecember und im May wieder, so wird man einenerstaunlichen Unterschied bemerken.
In meiner nördlichen Reise schlug ich das Krautzum Futter für die Kühe vor, ich bin aber jetzt bey-nahe andrer Meynung, theils aus Ucberlegung,und theils, weil ich selbst einen Winter die Probe ge-macht habe. Ein Thier, das einen großen Theildes Jahrs nur den halben oder gar keinen Nutzengiebt, kann nimmermehr das Winterfutter bezah»lcn, womit man einen Ochsen mästet, -er von derStunde an, da man ihn aufstellt, einen täglichenProfit giebt.
Ich bitte also die Wirthe, das Kraut auf einebessere Art anzuwenden, als bishergeschehen ist. Ei-nen großen Ertrag zu erhalten, scheint man hinläng-lich zu verstehen, es ist also nur noch nöthig denWerth auf die rechte Art zu bestimmen, und dießläßt sich am besten thun, wenn man Ochsen undSchöpse, die im Sommer auf der Weide fett ge-macht sind, vollends im Winter mit Kraut mästet.Mageres Vieh mit Kraut auf die Mast zu stellen,bringt keinen so großen Vortheil, und ist eben so,als wenn man ihnen Rüben gäbe'. Ich bin rc.
Vier-