Band 
Vierter Theil.
JPEG-Download
 

Z92

Ein und fünfzigster Brief.

Der Preis der Erdbirnen ist sehr hoch, in Be-tracht, daß Arme sie in ihren kleinen Gärten viel-leicht für den zehnten Theil des Preises erbauen kön-nen. Dieß ist ein wichtiger Umstand, auf den sehrviel ankommt: es wäre daher zu wünschen, daß dieBesitzer der Güter, in deren Macht es steht den Ge-brauch derselben allgemeiner zu machen, sich deswe-gen Mühe gäben, weil in Gegenden wo die Lebens-mittel theuer, und der Arbeitslohn niedrig ist, dieseFrucht den Mangel sehr ersetzen kann. Man weißaus langer Erfahrung, daß die Erdbirnen eine ge-sunde und nahrhafte Speise sind, wenn sie nur nichtdie einzige Nahrung ausmachen. Ich bin:c.

Zwey und fünfzigster Brief.

Mein Herr,

^j^cr Nutzen den Preis des Arbeitslohns im Rei-che zu wissen, muß einem jeden in die Augenleuchten. Die Stärke eines Staats beruht auf denuntern Klassen des Volks: und er kann nicht blü-hend seyn, wenn zwischen dem Verdienst und den noth-wendigen Ausgaben kein gutes Verhältniß ist. Dieletztem müssen den erstem nicht übersteigen, und derLohn muß nicht so hoch seyn, daß sie dadurch von-er ordentlichen und anhaltenden Arbeit abgehaltenwerden, und sich auf die farüe Seite legen. Esmuß hier nothwendig eine Mittelstraße statt finden,ob sie gleich sehr selten ist; der erste Schritt solche zubestimmen, muß seyn, den gegenwärtigen Zustandzu entscheiden. Hernach muß man jeden Umstandmit seiner Ursache vergleichen, und daraus Folge-rungen ziehen. Dazu bin ich aber nicht geschickt

genug,