Z9s Drey und fünfzigster Brief.
der Lebensmittel abhängen, zu untersuchen, u m zbestimmen, inwieweit die Meynungen der Schrift-steller Grund haben oder nicht. Ich will beweisen-daß der Lohn sich nicht nach dem Preise der Victua-licn richtet; wodurch er aber sonst bestimmt wird,das ist eine andre Frage, welche mit meinen jetzigenAbsichten nicht so genau in Verbindung stehet.
Hieraus erhellet, wie nöthig es ist, die Preistdes Handkohns, mit dem von den Lcbcnsmittcln zuvergleichen, weil dadurch große Fehler, welche diebesten Schriftsteller begangen haben, verbessert wer-den können.
Um dieses aber desto besser aus einander zu setzen-will ich es so wie in meiner nördlichen Reise machen,und annehmen, daß ein Arbeiter den oben bestimm-ten Mittelpreis des Tagclohns von drey vcrschiednenZeiten des Jahrs verdient; seine Frau arbeitet in derKorn- und Heuärntc, und im Winter sechs Wochenum den für die Weiber bestimmten Lohn, der ältesteSohn als erster Knecht, der zweyte als andrerKnecht, der dritte als Junge, die älteste Tochterals erste Magd, die zweyte als andre Magd.
Ich erinnerte schon dazumal, daß dieß nicht derwirkliche Zustand einer jeden Familie ist, sondernnur ein sicheres Mittel um den ganzen Arbeitslohnin eine Summe zu bestimmen. Ich will zugleichdas, was eine Mannsperson Lm Durchschnitt wö-chentlich verdient, mit in die Tabelle bringen. Umdiese Tabelle zu machen, bin ich folgendergestalt ver-fahren; ich habe von jedem Orte den Mittelpreisvon Brod, Butter, Fleisch und Käse zusammen ge-nommen berechnet und darnach Klassen gemacht;wo ich die Preise nicht genau gewußt, habe ich dievon den zunächst gelegnen Orten genommen, und