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Weder Grund noch Mach etwas zu hoffen, und es ist ihre Hofnnngnichts anders, als ein leerer Traum, welcher innen Bilder ohne WesenBestellt, kurz, ste hoffen, ohne zu wissen, warum? Noch andere hoffen,Je grösser die Verwirrung in der Welt sey, desto mehr hätten sie Gele-genheit in trüben zu fischen, und diese Art von Leuten sind die schädlich-sten in einer Repnblie. Ihre Ursachen sind ungerecht, und man kaume Mißtrauen genug haben, sich für ihnen zu hüten.
Die Fürchtenden könte man wieder in verschiedene Classen einthei-len: Einige haben so wenig Grund etwas zu fürchten, als die vorigen et-was zu hoffen ; Nichtsdestoweniger gibt es so feige Gemüther, die sich be-ständig mit Schreckens Bildern unterhalten, und bey denen keine Ver-nunft statt findet, sie eines andern zu überzeugen; Andere hingegen, wel-che entweder durch ihre Güter oder andere Umstände Ursach hätten inFurcht zu seyn, sind oft die geseztesten, sich in die Zeiten zuschicken.Es gibt noch eine andere Art von Leuten , welche starken Antheil andenen Veränderungen des Krieges nehmen, dieses sind die wünschenden,und diß ist gemeiniglich eine solche Art von Leuten , welche durch denGeist der Partheiligkeitsich beherrschen lassen; Sie haben dieses mit denenhoffenden gemein, daß sie ihren Wünschen keine wahre Ursach beyzulegenwissen, sie sind aber gefährlicher , als jene, weil sich die Hoffenden nurimmer leidcntlich verhalten, die wünschenden aber, wann sich Gele-genheit zeiget, jederzeit im Stand seyn, nach dem Verhältnis ihrer par-Heüschen Neigung in Handlungen einzulassen, wodurch sie glauben, ihreWünsche zu erreichen, solche mögen oftmals gerecht oder Ungerecht seyn.
Ich habe nöthig gefunden, diese verschiedene Triebfedern der Neu-begierde derer Menschen etwas zu erklären, um meinen obigen Satzmit Wahrheit zu bestätigen, daß die Neubegierde derer Menschen inKriegszeiten ungleich grösser, als in Friedcnszeiten, ist.
Diese Neubegierde derer Menschen zu vergnügen muß es Ge-schicht Schreiber geben, welche die Begebenheiten der Welt, aufeineschickliche Art fürzutragen wissen; es findet sich hierin« nichts strafbares,wenn ein Geschichtschreiber, nur selbst diejenigen Regeln in Acht nimt,damit er nicht in die Zahl derer ohne Grund Hoffenden, und derer un-billig wünschenden, gehöre, folglich sich auf keine Weiße durch denGeist der Partheiligkeit beherrschen lasse.
Ich