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Allgemeine Grundsätze der theoretisch-practischen Chemie, das ist, Gründlicher und vollständiger Unterricht der Chemie, in welchem nicht nur überhaupt eine gründliche Anleitung zu allen Theilen der Chemie, sondern auch die, aus allen dreyen Natur-Reichen, vorkommende Operationes und Producta chemica mit vernünfftigen physicalischen Demonstrationibus und richtigen Experimentis auf die leichteste und sicherste Art abgehandelt und gelehrt werden : nebst beygefügten medicinischen, chirurgischen, oeconomischen, metallurgischen etc. Gebrauch und Anwendung / herausgegeben von D. Johann Christian Zimmermann, mit königl. pohln. und churfürstl. sächs. allergnädigsten Privilegio
Entstehung
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? IV.OeReZk». (Ü3P.II. vs Oalkoreo. ToZZ

Beyderley k'olliculi oder Beutelchen sind von überaus starcken, penerr-gntenF^b-tUen und uns allen wohlbekannten Biebergeil-Geruche. Das in denen kleinern Säck-chen vorhandene fette Wesen ist gelblich und von solcher conülkencs, wie ein blaß-gelberHonig, oder vielmehr, wie geronnen gelb Baum-Oehl, auch wohl graulicht.

Das in den grossen Beuteln oder mit länglich-runden SZccuIis umschlossene eigent-liche Lglkol-eum. ist, wenn es noch frisch, ebenfalls nicht hart noch braune, sondern weich-lich und gräulich-gelb, zuweilen nur licht-braun, dabey aber von der Art und Natur,daß, wenn es aus dem Leibe genommen, und an warmer Luffc, am trockenen Orte, ex-poniret wird, solches nach und nach dicker und härter, aus die letzte gantz brüchig hart,zugleich aber auch immer bräuner und dunckler wird, absonderlich, wenn man es, wiedie gemeine Artund Gewohnheit ist, an Feuer-Heerdenund Schorsteinen, da es auch wohletwas vom Rauche empfindet, getrocknet hat.

Ausser diesen beyden Stücken, nehmlich dem dslkoneo §c klnZueäme Ealkorel,werden an einigen Orten auch noch obgedachte Demos Lglkoris in Aporhecken aufge-hoben.

Von dem kinAueäins oder Fette dienet diß noch zu wissen: daß man einen grossenUnterscheid zwischen Lalkoris 6e ^uxuriZism vel kmAueäinem <Hlkorei

machen muß :

kinAueclo dsllorsi ist das letztgemeldte, dünne, überaus starckriechende, in gedach-ten kleinern Lolliculis vorhandene, öder daraus genommene, Wichte Fett; und

^uxunZiü Eslkoris hingegen ist nur das allgemeine, dicke Fett, welches der Vieberan seinem ganhen Leibe, hin und wieder am Fleische sitzen hat, so auch gar keinen Ge-ruch, ausser oräingiren Thier-Fett Geruch, wenigstens nichts Biebergeilhafftig-riechendesbesitzet: Dahero dieses letztere in Apochecken gar nicht soll verwahret oder mit der ver-schriebenen binZueäine Osltorei, jvem'gstens niemahls solch ^uxuriAig Lslkoris soll ver-standen, auch von rechtswegen kein eintziges mahl^uxunAw vel kmZueäo Lalkons soll-te geschrieben werden , ( wie einige lVleöici zu thun pflegen ) wenn man kmZueämemcaltorei will gemeiner haben.

Wenn die Jäger Bare, Füchse, Marder, en 6n: solche Raub-Thiere fangen wol-len, welche entweder die Bieder verfolgen oder sonst mit ihnen gerne treiben, so beschmie-ren sie die Stricke mit der starck-riechenden kmZueäme Lglkorei» da sie denn solchemGerüche nachgehen.

Ich verlasse dieses alles, und wende mich zu meinem eigentlichen SudseKo, dem Oa-üoreo selbst: Weil nun solches in Apochecken niemahls weich und frisch aufgehoben,nochalso gebrauchet wird, sondern allemahl hart und trocken vorkommt, so haben wir esvorjeho auch nur in solchem Zustande zu erwegen, zu exammiren und zu bearbeiten, wie-wohl ich nicht leugnen kau, daß, bey der Eintrocknung, allerdings das zarteste, stärckestund beste allbereics verflogen und verrochen , das Eslioreum also bey weiten nicht vondemjenigen starcken Gerüche mehr ist, als wenn es frisch oder halb trocken ist.

Recht gutes Ealkoreum muß demnach : !

Erstlich von Preußischen Biedern seyn, als welches bis ciam, vor allen andern,vordas Beste befunden worden: Nach welchem etwa das Moscowitische und Elb-Biebergeilzu rLnoiren stünde;

(B) z

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