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Allgemeine Grundsätze der theoretisch-practischen Chemie, das ist, Gründlicher und vollständiger Unterricht der Chemie, in welchem nicht nur überhaupt eine gründliche Anleitung zu allen Theilen der Chemie, sondern auch die, aus allen dreyen Natur-Reichen, vorkommende Operationes und Producta chemica mit vernünfftigen physicalischen Demonstrationibus und richtigen Experimentis auf die leichteste und sicherste Art abgehandelt und gelehrt werden : nebst beygefügten medicinischen, chirurgischen, oeconomischen, metallurgischen etc. Gebrauch und Anwendung / herausgegeben von D. Johann Christian Zimmermann, mit königl. pohln. und churfürstl. sächs. allergnädigsten Privilegio
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k.IV. De Re§nv -^niinals. III. Oe lüoLcioneNg. IOZ5

angefüllet; welche Früchte einen scharlachenen rothen Safft in sich halten sollen. Unddie Blatter von dieser Opuncia sollen dick, stachlicht und sehr safftig seyn. Diese 8 xeci-es, worauf die LsLcionella gesetzet wird, heisset eigentlich Opunria, kruÄu rudorrimc»vel lariAvilieo, welche b'lorem roläce^im Lc 5ru6kum carnolum umbilicalem unicaplu-larem ^ Zeminidus fcerum hat und m lourneforrs 6 te Oalle gehöret. Sie sollenftlbige mit allem Fleisse culriviren, und wäre fast eine Art von ^los: viä. lVlelcliiorku^kersNachricht hiervon, so ^nno 1729. eäiret; ingleichen den kajum, Vaklen öcc.Worauf diese dlocbinellen-Würmerchen nach 2. z. bis 4. Tagen unzahlich viele Eyer-chen legten,so wie Nüsse von denen Kopff-Läusen aussehen; Da dann hierauf dieseWür-merchen nach z.bis 4. Tagen stürben. Aus diesen Eyerchen nun, kämen nach 4. bis 5.Tagen die Würmerchen als kleine Maden hervor, welche aus ihren Nestern auf die No-pal-Blakter, so sie kencas nennen, kröchen, und daraus den rothen Safft, als ihreNahrung, saugeten, die Pflanhe selbst aber nicht fressen; Sie sollen jederzeit die saffcig-fien und grünsten Theile der Pflantze suchen, welche rein gehalten und von denen Spin-neweben-gleichen? Fäden gesäubert werden müßten; Und wenn sie inbcarabLos verwan-delt und groß geworden, sehen sie denen Hunde-Lausen ähnlich, und heckten sodann auchauf denen Nopal-Pflantzen ohne Nester.

Wenn nun diese LoccioneU-Käferchen groß und dicke worden, welches ohngefehrjn z. Monathen geschehe, so würde auf selbige sorgfältig Achtung gegeben, daß ihnen keinUngezieffer insonderheit dasjenige schaden thue oder sie todte, so sie Lonckuelas nennen,oder selbige durch grosse Kälte, Hitze, schädlichen Regen und Wind nicht verwahrlosetwürden, als wovon sie leichte stürben: weswegen sie, zu dieser Zeit, die Nopal-Pflantzenmit einer Art von Matten zu bedecken pflegten. Hierauf geschehe die Erndte und Töd-tung damit, indem selbige von denen Nopal-Pflantzen mit einem hierzu verfertigtem lu-Ui-llinenro, nach Art eines Pinsels, mit aller Behutsamkeit und Fleisse abgemachet undsodann entweder mit heissem Wasser, oder in darzu gemachten kleinenOfen in der Hitze,oder durchs Rösten, in gantz flachen Pfannen, getödtet und getrocknet würden: Wo-raus aber drey unterschiedene Farben sowohl als verschiedene Güte entstünden, indemsie durch die erstere Tvdrungs-Art braun-rörhlich, durch die 2te Art Asch-farbig und ge-sprenckelt oder wie und durch die zte und schlechteste Art schwartz, als verbrand,würden.

Diese getrocknete Loccionella soll nur r. Pfund von z.Pftrnden frischen,die Müt-ter aber, welche in ihren Nestern sterben und abgetrocknet worden, nur den 4ten Theilsolcher Würmchen geben; Und letztere sollen auch Afch-farbig seyn.

Von diesen Loclnnell-Würmerchen nun,würden einige, zur zweytenFortpflantzungund Erndte, auf einigen abgeschnittenen Nopal-Aesten micBlättern, als welche sich lan-ge safftig erhalten, und an die Wände in denen Häusern geleget werden sollen, beym Le-ben erhalten, welche sie vor den Regen, welcher in dieser Provintz, zu gewisser Jahres-zeit, beständig eine Zeitlang fiele, ccrnlervinen, und sodann solche hernach auf Vorig-Weise wiederum und zwar auf die Nopal-Pflantzen, unmittelbahr seheten, welche hier-auf Eyerchen legten und sodann auch stürben. Von diesen auf denen Nopal - Pflantzmverstorbenen Müttern, sollen sie von z. Pfunden auch i. Pfund getrocknetebekommen.

Die Farbe der tloLcionellse si-rl, wenn sie von denen Nopal - Pfiantzen abgenom-men wird, gantz weiß seim; welche Meiste von einem zarten Gewebe, womit sie mvge-

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