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Allgemeine Grundsätze der theoretisch-practischen Chemie, das ist, Gründlicher und vollständiger Unterricht der Chemie, in welchem nicht nur überhaupt eine gründliche Anleitung zu allen Theilen der Chemie, sondern auch die, aus allen dreyen Natur-Reichen, vorkommende Operationes und Producta chemica mit vernünfftigen physicalischen Demonstrationibus und richtigen Experimentis auf die leichteste und sicherste Art abgehandelt und gelehrt werden : nebst beygefügten medicinischen, chirurgischen, oeconomischen, metallurgischen etc. Gebrauch und Anwendung / herausgegeben von D. Johann Christian Zimmermann, mit königl. pohln. und churfürstl. sächs. allergnädigsten Privilegio
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H24 ?LP. XXVIl. vs 8ale ^mmom'acs.

Die erste Haupt-Opsrarion, worinnen und vermittelst welcher das aciäum sallsMit dem läls nrinolo, punäkum lärurarionis, accurar vereiniget oder der neutralettarus Mnus proäuclret wird, ist unstreitig die UidlimLnori vonnökhen, als in welcherArbeit eines das andere, so viel jegliches zur völligen lsrurarion bedarff, umfasset unddann beydes corijunLUm in einem corpore , wie ohngefehr in der klixrione LinnabL-ris ^nrimonn, da pars äilpäurea aus dem^.riämonio, und pars mercurialisaus demlVlercurio üidlimaro corroüvo, gekommen, ZU geschehen pfleget, sich üidlimLnäo, er-hebet und entweder als ein Saltz, oder als Flores, anleget.

8a1 ammoniacum oKcinals, es mag nun gemacher werden, wo und wie man will,kommt im dlominer-cio in zweyerley Formen für:

1) Man hat L 1 LMMONILLUM orbiculars, Scheiben-Salmiac, Salmiat in Bo-den, Kuchen oder platten Scheiben; und

2 ) Auch lal ammoniacum conicum vel campanfkorme, Glocken- Salmiac, oderSalmiac wie Zucker-Hüte, wie Kegel oder Glocken gestaltet:

r) Das erste ist compararivs das reineste, beste und auch mehr gebräuchlichste;

b) Das andere hingegen lange nicht so gut, weit unreiner, und weniger im Ge-brauch, deshalben auch an vielen Orten nicht mehr zu haben ist.

Um nur etwas weniges von der letzten und 2ten Haupt-Sorte von gemeinen Sal-miae, ich meyne vom lsle LMMOliiaco corüco vel csmpsniformi, demGlocken-Salmi-ac zu gedenckern so halten es viele vor eine Europäische I-adri^ue, andere, wie z.E-' dervfft erwehnte IVlr. OeoKroi vor eine Ost-Jndische, daher er es auch in seiner !72Z. her-ausgegebenen öckemoirs ia! Lmmoniacum Inäicum nennet, wiewohl diß der Sachenichts thun oder nachtheilich fallen würde, wenn es sonsten nur eben so gut, wie das an-dere, wäre: An statt daß die andere Sorte platt-scheibicht, so ist M'ese, conisch, Kegel-oder Glocken-formicht, ohngefehr wie die Gestalt der Hüte des gröbsten, sogenanntenLumpen-Zuckers oder der lVleloncn-Glocken, dabey gemeiniglich oberwerts ohne scharsseSpitzen, wie ein Hut aus-und inwendig ausstehet, wie solches aus des Hcrrn 6 eoKi-oisKupffer-Stichen gesehen werden kan. Es hat in der Mxcion keine andere, als die ordent-liche, parres csnssicurivL8 sali8 smmooisci, indessen aber, wie schon gedacht, doch nichtso reine, als die andere Sorre; Zuförderst ist das Glocken-Salmiac gemeiniglich mehrgelber und öhlichter. Solle man kein anders haben, so stünde zu rathen, daß man sichsvorher äcpurn'te, auch den gantzen Salmiac mit Zusatz von etwas See-oder Küchen-Saltze erst noch einmahl sudiimirece, so würde das überflüßlg-öhlichrx und gelbe ziemlichvergehen, und sich etwas vom Ms communi selbst noch sppooiren, wenn nichtin seinergantzen IVUxrion, wie nicht gar wohl zu glauben, noch zu vermuthen stehet, wenigstensetwas von dessen parrs scläs und also hierdurch solch L1 LMlnooiacum conicum eini-germassen corri»iret werden: Nachdem aber diese Sorte allhier nicht im Gebrauch, janicht einmahl zuchaben ist, so will ich mich auch dabey nicht langer aufhalten, sonden sel-bige gäntzlich verlassen.

Um so viel mehr werde ich mich an die erste und überall mehr - gebräuchliche Sorte,ja an diese Meine, halten, ss daß ich, von nun an, alles, was ich weiter von oKcinslenMeammonwco reden und handeln werde, von keinem andern, als von Scheiben-Salmi-ac will verstanden haben-