Band 
Erster Theil von A bis Epo.
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schwerer als Wasser seyn, wenn gleich der ganze Kör-per in seiner Zusammensetzung specifisch leichter, als das-selbe, ist.

Die Ursache der Adhäsion ist wohl ein für uns uner-forschliches Geheimniß; ich beziehe mich hierüber gänzlichauf dasjenige, was unter dem Artikel Atrracrion hievongesagt wird, und begnüge mich, dasjenige, was hier mitdein Namen Adhäsion bezeichnet wird, als ein unläugba-res, durch unzählige Erfahrungen bewiesenes, Phäno-men anzusehen.

Die Wirkungen der Adhäsion sind sehr zahlreich.Außer dem Benetzen oder Naßwerden eingetauchter Kör-per, gehören dahin noch folgende Phänomene.

Flüßige Körper nehmen in Gefäßen aus solchen Ma-terien, welche von ihnen benetzt werden, keine vollkommenhorizontale Oberstäche an; sie steigen vielmehr um denRand der Gefäße herum etwas in die Höhe. In Gesas-sen hingegen, welche nicht von ihnen benetzt werden, ste-hen sie am Rande etwas tiefer, als in der Mitte. Sohat Wasser im gläsernen Gefäße eine Oberfläche, die inder Mitte vertieft, und ringsumher am Rande des Glasesaufwärts gekrümmt ist: Quecksilber im Glase hingegenzeigt eine in der Mitte erhabne und ringsumher am Randeunterwärts gekrümmte Oberfläche. Leicht auf dem'Was-ser schwimmende Körper bewegen sich dahin, wo des Was-sers Oberstäche am höchsten steht; daher scheinen sie vondem Rande der Gefäße angezogen zu werden.

Tropfen einer fiüßigen Materie zerfließen auf denOberflächen solcher Körper, welche diese flüßige Materiebenetzt; sie behalten hingegen ihre Kugelgestalt (welchenur durch das Gewicht der oberrl Theile des Tropfens einwenig platt gedrückt wird) auf solchen Körpern, welchevon ihnen nicht benetzt werden. So zerfließt Wasser aufGlas, Quecksilber auf Bley; eine platte Kugelgestalt aberbehalt das erstere auf Hexenmehle, auf polirten Metallflä-chen, aufden Blattern vieler Gewächse (daher die Thau-tropfen entstehen), auf fetten Flächen, daL letztere aufGlase und den meisten Körpern überhaupt.