Auf 179
welchem die Theile ganz anders verbunden sind, als sie esvorher im Silber und Scheidewasser, jedem besonders ge-nommen, waren.
Da Hiebey der vorige Zusammenhang der Theile ge-trennt werden, und also ein Körper in die Zwischenräumedes andern eindringen muß, welches einen fiüßigcn Zu-stand des eindringenden Körpers voraussetzt, so muß beyjeder Auflösung wenigstens der eine Körper flüßig seyn.Daher der chymische Grundsatz: Lorpora nun sgrmc, niststuiela.
Man nennt insgemein den fleißigen Körper das Auf-lösuiiIsmirrel (menllrrmm). Dies kan zügelnsten wer-den; nur muß man nicht den falschen Begrif damit ver-binden, als ob das Auflösungsmittel allein sich thätig, undder feste Körper nur leidend verhielte. Sie wirken beydeineinander. Bisweilen sind beydes fiüßigeKörper, unddann ist es gar nicht mehr schicklich, den einen als Austö-sungsmittel, den andern als aufgelöst werdenden, zu be-wachten. Wenn hingegen der eine fest ist, so muß derstößige den starkem Zusammenhang seiner Theile trennen,und in dieser Rücksicht etwas mehr thun, als jener. Hierist es sehr schicklich, den stößigen das Auflösungsmittel zunennen; man muß nur nicht vergessen, daß der feste Kör-per ebenfalls wirkt, und das Mcnstruum auflöset.
Auflösungen geschehen entweder auf dem nassenWege, d. i. durch Auflösungsmittel, die im gewöhn-lichen Zustande flüßig sind; oder auf dem trocknenWege, d. i. durch Schmelzung, wo einer oder beydeKörper erst durchs Feuer flüßig gemacht werden.
Wenn alle und jede Grundstoffe beyder Körper miteinander vereiniget werden, so ist die Auflösung vollkom-men. Aus dergleichen vollkommnen Auflösungen entste-hen durchsichtige Körper, z. B. das Glas aus einer voll-kommnen Auflösung der Erden durch Alkalien auf demtrocknen Wege.
Alle Auflösungen sind Wirkungen der Anziehungzwischen den Theilen der Körper, Wirkungen der Attra-ktion bey der Berührung, s- Attraktion. Wenn Auf-