Band 
Erster Theil von A bis Epo.
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L!Z

schreibt in seinem 6osten Briefe einen Versuch mit einerdünmn Glasröhre L1)(Taf. lti. Fig. z?.), an derenEn.den sich zwo luftleere und halb mit Wasser oder Weingeistgefüllte Kugeln ^ und ll befinden. Halt man beyde Ku-geln in den Handen, so zeigt sich keine Bewegung: haltman aber nur die eine Kugel, indem die andere kalt bleibt,so geht das Wasser sogleich aus der erwärmten in die kalteüber, und kocht darum so lang, als man die leere Kugelin der Hand behalt. So lang diese Kugel noch Wasserenthalt, das sich in Dämpfe verwandlet, bleibt sie immerkalt, so warm auch die Hand seyn mag, sobald aber dasWasser heraus ist, wird sie sogleich warm. Sie entzognemlich vorher der Hand die Wärme, die zur Verdam-pfung verwendet ward, und erregte dadurch Empfindungder Kälte.

Auch erklärt sich, warum Wind oder Bewegung derLuft die Ausdünstung in so hohem Grade befördere. DieWinde erneuren die Luft um den ausdünstenden oder trock-nenden Körper beständig, und führen neue noch nicht ge-sättigte Lust herbey, welche die Dämpfe schneller auflöset.Daher trocknen die Winde so schnell.

Die Warme befördert die Ausdünstung, i) weil siemehr Elementarfeuer herbeybringt, 2 ) weil sie die auflö-sende Kraft der Luft verstärkt, z) weil sie Bewegungen inder Luft verursachet.

Die nicht in der Luft aufgelößten Dämpfe setzen sichan den Oberflächen kalter Körper als Thau oder Krystal-len an. Finden sie keinen kalten Körper hiczu, so verei-nigen sie sich in Tropfen, Nadeln oder Bläschen, und ge,ben dadurch die Anlagen zu Regen, Schnee, Wolken undNebeln, s. Dünste.

In dünnerer Luft entstehen zwar wegen des geringernDrucks die Dämpfe leichter, es wird aber auch wenigerdavon in der Luft aufgelöset. Daher ist die Ausdünstungin dünnerer Luft schwächer, wofern nicht das Wasser sehrwarm ist, und durch kalte Oberflächen ein beständiger Nie-derschlug bewirkt wird. Man ficht bisweilen unter derGlocke der Luftpumpe, bald nach den ersten Zügen, eine