Band 
Erster Theil von A bis Epo.
Seite
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Grimaldi ließ durch ein kleines Loch in ein verfin-stertes Zimmer einen Stral fallen, der darin einen Licht-kegel bildete. Hielt er nun einen dunklen Körper in be-trächtlicher Entfernung vom Loche in diesen Lichtkegel, sofand er den Schatten desselben viel breiter, als er der Be-rechnung nach bey geradem Fortgange der Lichtstralen hatteseyn können. Auch sahe er um den Schatten herum meh-rere farbigte Lichtstreifen, nach dem Schatten zu durchBlau, vom Schatten ab durch Roth begrenzt. Solchefarbigte Streifen zeigten sich auch innerhalb des Schat-tens. Sie nahmen nach den verschiedenen Winkeln desdunkeln Körpers verschiedene Krümmungen an. Grimaldiwendet übrigens diese wichtige Entdeckung blos auf die Ent-scheidung der sehr unwichtigen Frage an, ob das Licht einsSubstanz oder Qualität sey, und entscheidet endlich für dieAristoteliker dahin, es sey eine ^uglics;, aber nicht lubllan»rialis, sondern accillenralis.

Newton hat diese Versuche des Grimaldi und Hookviel weiter getrieben, und im dritten Buche seiner Optikweitläuftig davon gehandlet. Er fand im verfinstertenZimmer den Schatten eines Haares viel breiter, als ihngerade fortgehende Stralen machen konnten. Er schloßaus den Phänomenen, daß das Haar in eine ziemlicheEntfernung auf die Lichtstralen wirke, und die nächsten amstärksten, entferntere immer weniger, von sich ablenke.Eben diese Erscheinungen zeigten Ritze auf polirten Glas-platten, und Haare, zwischen solche Platten gelegt. DieSchatten aller Körper fand er mit drey farbigen Lichtsäu-men umgeben, deren Breiten und Zwischenräume sich wiedie Zahlen i, /"^verhielten.

Er ließ einen Lichtstral zwischen zwoen scharfen etwaZoll von einander entfernten Messerschneiden durchge-hen. Dieser theilte sich in zween Theile, und ließ zwischenbeyden einen dunkeln schwarzen Schatten, welcher destobreiter ward, je naher er die Schneiden zusammenrückte,bis endlich bey der Berührung derselben alles Licht ver-schwand. Dasjenige Licht nemlich, welches zunächst an