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Die ältern Optiker nahmen an, der Ort des Bildes l(Taf. IV. Fig. 62 .) falle in den Durchschnittspunkt l desins Auge kommenden Strales 14 L 1 mir dem aus dem Ge-genstände A auf die brechende oder zurückwerfende Fläche8 V gefällten Lothe ^61. Man gründete sich hieben aufdie Erfahrung, daß das Bild einer auf den Spiegel senk-recht gestellten Linie ^ 6 , jedem Auge wie ll K, es stehe,wo es wolle, eine Verlängerung dieser Linie, wie 61, aus-zumachen scheine. Diese Erfahrung ist beym Planspiegeldeutlich und unbezweifelt. Ein Stock lothrecht anden Planspiegel 8 V gehalten, wird von jedem Auge imSpiegel in der Lage 16 so gesehen, daß Stock und Bildin einer vollkommen geraden Linie /^ 6 I liegen. Bey er-habnen und Hohlspiegeln glaubte man eben dieses wahrzu-nehmen; auch ward behauptet, daß von einer geraden loth-recht ins Wasser gesenkten Linie, wie A>, der im Wasserbefindliche Theil 6 l zwar verkürzt, aber doch noch immerin gerader Linie mit ^ 6 erscheine. Daraus schloß man,daß bey allen Zurückwerfungen und Brechungen jeder Punkt^ sich jedem Auge in dem Lothe ^ l darstelle, welches vonauf die zurückwerfende oder brechende Flache gefällt wer-den kalt; da nun überdies das Bild dem Auge nach derRichtung des Lichtstrales 614 liegen muß, der es dem Augesichtbar macht, so folgte hieraus, daß der Ort des Bil-des stets in den erwähnten Durchschnittspunkt von und141 falle.
Hierauf beruht alles, was die Alten von den Er-scheinungen der Bilder in Spiegeln gelehrt haben. Manist lange Zeit mit dieser mangelhaften Theorie zufrieden ge-wesen, obgleich schon Lepler 1'aralipom. ack Virell. x».59 u. f.) annimmt, der Ort des Bildes sey da, wo die inbeyde Augen kommenden Lichtstralen sich schneiden, undwenn man nur mit einem Auge sehe, sey für die Ent-fernung beyder Augen die Weite des Augensterns 14IL z«nehmen. Für den Planspiegel läuft dies alles auf einshinaus; bey erhabnen und Hohlspiegeln aber ist die Erfah-rung, auf welche sich die alte Theorie gründete, nicht deut-lich genug, um Lehrsätze darauf zu bauen.