Band 
Erster Theil von A bis Epo.
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Ebb 657

beym obern Durchgänge des Monds starker, als die beymuntern, seyn. Hat der Mond eine südliche Abweichung,so findet das Gegentheil statt. In den Syzygien desSommers erfolgt zu Mittag der obere Durchgang desMonds, wenn er nördlich steht, und der untere, wenn ersüdlich steht; in beyden Fallen ist also die Nachmittags-fiuth starker, als die Morgenfiuth. Hieraus erklärt sichsehr leicht die oben angeführte Erscheinung, daß die Flu-chen der Syzygien im Sommer des Abends starker, alsdes Morgens, sind. Im Winter geschieht, wie man baldübersieht, das Gegentheil.

Kömmt man naher gegen die Pole, so findet MattOrte, wo der Mond bey seinem untern Durchgänge gerade90^ vom Zenith entfernt ist, wo also statt der einen Erhe-bung der Gewässer Erniedrigung statt findet, und binnett24 Stunden nur einmal Ebbe und Fluch erfolgt. Aus-führlichere Rechnungen zeigen alle diese Sätze, die hiernur im Allgemeinen angegeben werden können, bestimmterund überzeugender.

Weil die Wirkungen der Sonne und des Monds mo-natlich nur zwey'mal, nemlich in den Syzygien, zusammenkom-men, so hangt außer diesen Zeitpunkten der Augenblick der ho-hen Fluch weder vom Monde allein, noch von der Sonne al-lein, sondern vielmehr von einem zwischen beyden Gestirnenliegenden Punkte ab. Wenn nun der Mond von einer Sy-zygie zur Quadratur übergeht, so fällt dieser Punkt mehrabendwärts, als der Mond, geht also früher durch denMittagskreis, und die Fluch tritt etwas früher ein; gehtder Mond hingegen von einer Quadratur zur Syzygie,so fallt der erwähnte Punkt vom Monde morgenwärts,geht später durch den Mittagökreis, und die Fluch trittspäter ein.

Da alle Wirkungen bey der Ebbe und Fluch durchdie Trägheit des Wassers und durch das Beharren in derihm einmal mitgetheilten Bewegung verzögert werden, soerfolgen daher die höchsten Fluchen auch nicht im Zeitpunkteder Syzygien selbst, sondern erst zwo bis drey Fluchen dar-