Ele
720
Man versteht aber unter dem Worte Elektricitätnicht allein diesen Zustand des Körpers, sondern oft auchdie Ursache desselben, die uns jedoch, wie die meisten Ur-sachen der Erscheinungen, noch sehr unbekannt ist. Indiesem Sinne ist das Wort Elektricität, wie das WortKraft, und andere ähnliche, ein bloßer Nvthbehels, umetwas anzuzeigen, das man nicht kennt und doch oft nen-nen muß, und wird gebraucht, wie man in der Algebradie Buchstaben x und y zu brauchen pflegt.
Ich nehme hier das Wort in dein zuerst angeführtenSinne für den Zustand des elektrisirten Körpers, oder fürden Inbegrif der elektrischen Erscheinungen. Um nun die-sen Begrif von Elektricität, so viel hier möglich ist, auf-zuklaren, werde ich zuerst die elektrischen Erscheinungenselbst, nebst den Mitteln, sie hervorzubringen, und ihrenbisher bekannt gewordenen Gesehen anführen, zuletzt abereine kurze Geschichte der Elektricität und eine Nachrichtvon den Meinungen der Physiker über die Ursache dersel-ben beyfügen«
Elektrische Erscheinungen.
Wenn man eine reine und trockne Glasröhre mit dereinen Hand hält, und mit der andern ebenfalls reinen undtrocknen Hand oder einem wollenen Lappen durch abwech-selndes Auf- und Niedcrwärksstreichen reibt; dann aberdieselbe einem kleinen leichten Stückgen Papier, einem Fa-den, Metallblättchen n. dgl. nähert, so wird die geriebeneRöhre den leichten Körper zuerst anziehen, bald daraufwieder von sich stoßen, dann, wenn er den Tisch berührthat, ihn aufs neue anziehen, und so eine Zeitlang abwech-selnd fortfahren.
Wenn man sich der elektrischen Glasröhre mit demFinger, etwa bis auf einen halben Zoll, nähert, so siehtman zwischen beyden einen leuchtenden Funken, der miteinem knisternden Schalle hervorbricht, und empfindet imFinger etwas, wie das Stechen einer Nadelspitze.
Ist die Glasröhre sehr lang gerieben und stark elektri-sirt worden, so wird man einen süßlichen Geruch, wie nach