Epo §57
Alten bekannten Ungleichheiten des Planekenlaufs 'theorrisch erklärt, ja sogar voraus berechnet werden können.Und hiemit beschäftiget sich vornemlich das Almagest desPtolemäus. Da selbst der Sonnenlauf ungleich ist, soließ nran auch die Sonne in einem Epicykel gehen, dochnach solchen Gesehen, daß nie Rückgang erfolgte. BeymMonde aber nahmen schon die Alten so mannigfaltige undvon einander verschiedene Ungleichheiten wahr, daß sie sichgenöthigt sahen, auf den ersten Epicykel noch einen zwey-ten zu sehen. Wären ihre Werkzeuge so fein gewesen, alses die unsrigen sind, so würden sie gleich uns noch weitmehrere Ungleichheiten am Monde und den Planeten wahr-genommen haben. So wie wir den mittlern Ort desMonds durch 15 Gleichungen berichtigen, um den wahrendaraus zu finden, so würden sie vielleicht eben so viele Epi-cykel übereinander gesetzt, oder vielmehr eingesehen haben,daß die ganze Erfindung der Epicykel ein elendes und un-zureichendes Flickwerk sey, welches man auch in neuern Zei-ten bald gewahr worden ist, s. Weltsystem.
Epoche, Hpocbs, Ein bestimmter Zeit-
punkt, von welchem man die Jahre oder jede andere Zeitzu rechnen anfangt.
Die Völker haben bey ihren Zeitrechnungen gewöhn-lich merkwürdige Begebenheiten ihrer Geschichte zu Epo-chen gewählt. So zählten die Römer ihre Jähre von derErbauung Roms; wir zählen sie von dem angenommenenJahre der Geburt Christi, die Türken von der Hegira oderFlucht Muhammeds. Diese verschiedenen Zeitrechnungenmit einander zu vergleichen, dient gleichsam als ein allge-meiner Maaßstab die julianische Periode, s. Periode, ju-lianische, in deren zgbistcs Jahr die Erbauung RomS,in das 4714^ die Geburt Christi, und in das zzzzstedie Flucht Muhammeds fallt.
In der Sternkunde wird die Epoche des mitt-lern Örcs unter die Elemente der Bahn eines Planetengerechnet, s. Elemente der Bahn. Man versteht hier-unter den mittlern heliocentrischen Ort des Planeten für