Band 
[Erster - Dritter Band.]
Seite
157
JPEG-Download
 

Pflanzen Historie. 157

! chen in Europa, und dieses zu gegenwärtigerZeit noch , wie vor zwey tausend und mehrernIaren, eine Pflanze nur mir einerley Namen be,nennen; so alt ist nicht nur die BenennungderViole, sondern auch das gleichlautende grie-chische Wort so, oder son, womit diese Morgen-ländische alte Sprache unser Blümlein begrüßt,soll zu dieser Anlaß gegeben haben. Sollte mannicht aus diesem beweisen können, daß Europaseine Bevölkerung vom Morgenlande bekommen,oder vielmehr die Anpreisung dieses lieblich rke,chenden Blümleins. Wie übereinstimmend müs,sen doch alle Menschen wegen der Anmut dersel,ben seyn, weil so gar unterschiedene Sprachen zueinem einzigen Namen sich haben bereden lassen.§. 9.

Es ist auch bekannt, daß in dem Ovid derVerwandlung einer so in eine Kuh gedacht wird(wie ähnlich ist doch das abscheuliche alte Heiden-tum, mit dem heut zu Tage noch lebenden derBramanen oder Malabaren) daher haben die la-teinische Poeten allein statt Violen zuweilen Vac-cinia gesezt. Als Vlrgil dorten, wenn er, seineWorte in gutem Sinn genommen, die hinfallendeSchönheit der Jugend, der vergänglichen weisenBlüte der Rheinweide und den jedermanns Raubausgesezten schönen dunkelblauen Mole vergleichtin -er zweyten Ekloge:

Nimium