128 Von der weltlichen Geschichte.
zum Reichthums mit der Wurzel vollends ausrotten. !Er machte daher die dritte Anordnung, und das wa-ren die Mahlzeiten. Er verordnete, um alle Kost-barkeit und Pracht davon abzusondern, daß alle Bür-ger mit einander einerley Speisen ästen, welche nachdem Gesetze eingerichtet waren, und er verboth ihnenausdrücklich, zu Hause, besonders zu essen.
Man kann sagen, daß er durch diese Anordnungder öffentlichen Mahlzeiten, und durch diese mäßigeEinfalt der Tafel den Reichthum einigermassen seineNatur habe verändern laßen,* da er ihn ausser denStand gesetzt, verlangt und gestohlen zu werden, undseine Besitzer zu bereichern. Denn man hatte keinMittel, sich seines Reichthums zu gebrauchen, oderihn zu genießen, auch nicht einmal damit zu prangen,weil die Reichen und Armen an einem Orte zusam-men aßen. Und es war nicht erlaubt, in die öffent-lichen Säle zu kommen, wenn man vorher die Vor-sicht gebraucht, und sich mit anderer Kost angefüllethatte, weil alle Gäste denjenigen sorgfältig beobach-teten, der nicht aß und trank, und ihm seine Unmäs-sigkeit, oder gar zu große Zärtlichkeit verwiesen, dieda machten, daß er diese öffentlichen Mahlzeiten ver-schmähete.
Die Reichen wurden über diese Verordnung sehrerbittert; und bey dieser Gelegenheit geschah es, daßein junger Mensch, Namens Alkander, in einemAufstande des Volkes, dem lykurgus ein Auge mit ei-nem Stocke auöschlug. Das Volk ward über solchenSchimpf unwillig, und lieferte den jungen Menschen
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