und Erscheinungen mehrerer Jahrhunderte in ihre»Ursachen und Wirkungen zu verketten wußten.Einstimmig huldigten diese dem Genie Gregors.Sie erkannten die Wohlthaten, die Europa au-feinen Händen Empfangen hatte, und zur Beschä-mung vieler — nannte Herder ihn sogar Gregor denGroßen.
Um jedoch die Verdienste gehörig zu würdigen,welche Gregor um Europa hatte; um den Geistseines Systems, das gleichsam sich nur in eine ein,zige, ausschließlich bey ihm herrschende Idee con-centrirte, richtig aufzufassen, ist es durchaus nö-thig, einen schnell vorübereilenden Blich auf denganzen gesellschaftlichen Zustand des Mittelalterszu werfen.
Wenn es überhaupt schon in der menschlichenNatur liegt, das Gegenwärtige in Vergleich mitdem Vergangenen tief herabzuwürdigen, und dieVergangenheit in eben dem Grade mehr zu erhe-ben und zu bewundern, in welchem dieselbe vondem gewählten Standpunkt entfernt ist; wennvorzüglich aus dieser dem Menschen angebohrnenNeigung der Glaube an ein goldneS Zeitalter beyjedem Volke und unter jedem Himmelsstrich ein-heimisch wurde, so mußte es den vielen romanti-schen und hinreisfenden Darstellungen aus den Zei-ten der Chevalliere und des Mittelalters, an wel-chen die drey letzten Decenten dcS verflossenenJahrhunderts so ungemein ergiebig waren, noth-wendig gelingen, nach und nach die wahren histo-rischen Ansichten jener Zeiten zu verdunkeln und