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chen Cultur tu Zweifel ziehen, dann war es kein lWunder, daß man sich in jenes goldne Mittel- iAlter zurücksehnte, welches man für die JugendPeriode der europäischen Völker, für die Blüthen-zeit iwer kräftigsten und schönsten Gefühle hielt,wo die Magie der Künste die Seelen noch in kei-nen führen Taumel wiegte, wo der zauberische ReizEingebildeter Ideale unsere Phantasie nicht be« zrauschte und die verfeinerten Wollüste der Sinneund d r Einbildungskraft die Unschuld noch nichttodtsten, wo endlich kein eitler wissenschaftlicherPrunk den Geist wie den Körper verkrüppelte undbeide zu jeder Thatkraft abspannte.
Für wahr ein schöner Traum! nur Schade daßwir von den Geschichtschreibern jener Zeit so un-sanft aus demselben erweckt werden. Auf jedemBlatte ihrer Geschichtsbücher eröffnen sich neueund wo möglich, immer scheuslichere Scenen jenesso fälschlich gepriesenen Mittelaltcrs. Mit Rechtwürde man die lange Periode von dem neunten bisin das fünfzehnte Jahrhundert das eiserne Zeital-ter nennen, wenn unsere Sprache kein stärkeresWort enthielte, um den eigentlichen Charakter eine-durch alle Greuel, alle Verworfenheit und allesnur gedenkbare menschliche Elend schrecklich gebrand-markten Zeitalters zu bezeichnen.
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eines von Rousseau so feurig gepriesenen undso anziehend dargestellte thierischen Natur Zustandes sovielmöglich zu näher».