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losesten Ausgelassenheit und viehischen Wollust. InFrankreich durste ein ehebrecherischer König es wa, lgen, sich mit einem ehebrecherischen, ihm sehr naheverwandten, und ihrem rechtmäßigen Gemahl, vonwelchem sie drei Kinder hatte, entlaufenen Weibeim Angesicht der Nation und mit der Billigungfeiler, gewissenloser Bischbffe öffentlich zu vermäh-len und auf diese Art einen doppelten Ehebruchund doppelte Blutschande zu begehen. *) Solcheverpestende Beispiele wirkten fürchterlich auf dasVolk und besonders auf die Großen des Reichs.Mit dem sträflichen Leichtsinn und einem unerhör-ten Frevel wurden nun die heiligsten, von Naturund Religion geknüpften Bande zerrissen; derMann, der nach gestillter Luft seines Weibes, oderdas Weib, das nach befriedigter Laune ihres Mannesüberdrüßig war, ließ mit erkauftem Eide bewei-sen, daß beyde in einem geistlichen Grade ver-wandt wären, und für Geld und Gebühr fandsich dann immer ein Bischofs, der eine Gefälligkeitder andern werth hielt. **) Bis tief in das fünf-
*) Uesersi liistoire äs krsnce.
**) Nichts giebt einen sicherern und fester« Masstab fürden ganzen moralischen und politischen Werth einesVolkes, als der Grad der -Achtung, den es den ersten undschönsten häuslichen Tugenden zollt. Aus dem engen Kreiseder einfachen häuslichen Verhältnisse geht jede höhere Tu-gend des Bürgers und Patrioten hervor. Wer die süßenvud heiligen Bande der Natur frevelhaft zerreißt, wirddieser die weit lockern und oft lästigen Bande des gesell-fchastlichr» Vereins wohl williger tragen? Wird der, wel-