^ chen, die Geistlichen sich reinerer Sitten befleißigen,E' den Wissenschaften huldigen, durch einen heiligenWandel ihrem hohen Beruft entsprechen, und dieLehre ihres göttlichen Meisters durch die Kraft^ dew eigenen Beyspiels in den Herzen der Christen, lebendig erhalten sollten. Der bessere und aufge-^ klariere Theil der Geistlichkeit fühlte selbst dieNothwendigkeit eimr solchen heilsamen Sitten-Reform, und man darf als gewiß annehmen: daß^ der Kampf, den Dummheit oder tückische Bosheit^ noch allenfalls dagegen hätten wagen wollen, sehrE- leicht und schnell wäre entschieden worden.
" ^ So veredelte sich in einem mäßigen ZeitraumCharakter der Völker durch alle Stände und^ Klassen. Die Regenten, im Besitz der höch-sten Gerichtsbarkeit, zeichneten sich aus durch un-* mittelbare, thätigere Theilnahme an der innern^ Administration ihrer Länder. Der Adel durchM: Treue gegen seine Fürsten, Tauglichkeit für die
"§i ersten Staats - Aemter und durch höhere, oft mit
M Selbstaufopferung erworbene Verdienste um daKsv gemeinsame Beste des StaatS. Die Geistlich-st keit, ganz nahe an dem wichtigen Scheidewe-gs ge stand im Begriff — freywillig oder gezwun-kk.' gen — dem gebieterischen Winke des alles ver-!ck rdelnden Zeit- Geistes zu folgen, und durch strengeSitten, Heiligkeit des Lebens und innere Salbung"" sieb die Liebe, die Achtung und das Zutrauen derP christlichen Völker zu erzwingen. DerGelehr-K te, — damals noch nicht blos unproduktiver Speku-W. lant — bewährte seinen erhabenen Beruf durch