Krieg und alle kühne Unternehmungen schwärme-risch liebenden, zahlreichen Nation bewohnte Frank-reich war wirklich zu einer Macht angeschwollen,die von dem Punkte aus, auf welchem sie stand,offenbar die Unabhängigkeit aller übrigen Staa-ten bedrohte. Europa hatte es blos den Fehlernund falschen Comhinationen Ludwigs zu danken,daß einem Theil seiner Repräsentanten nun nochgegönnt war, sich, wie die Gesandten freyer Mäch-te, auf einem Congreß zu Utrecht zu versammeln.Jetzt also war her Zeitpunkt erschienen, wo manFrankreichs ferneren Fortschritten ein festes Ziel se-tzen, und durch Errichtung nicht zu durchbrechen-der Schranken, alle fernere Gefahr von Europaauf immer abwenden mußte. Die HolländischenAbgesandten, Buys und ygn der Düssen hattendie ganze Wichtigkeit dieses Moments aufgefaßtund allen, selbftden lockendsten Anerbietungen Lud-wigs ausweichend, gaben sie allen EuropäischenStaaten die weise Lehre: daß das einzige wahreInteresse jeder einzelnen Macht blos in dem Ge-sammtinteresse von Europa zu suchen sey.
Aber vergebens predigten jetzt Hollands Be-vollmächtigte in Gertruidenburg diese schöne, ver-edelte Politik. Der Geist des Englischen Cabi-tiets war leider für diese liberalen Ansichten durch-aus nicht mehr empfänglich. Seit dem Weftphä-Uschen Frieden hatten sich jene Prinzipien nunbeynahe völlig entwickelt, welche anfänglich blosdie See-und Handels-Verhältnisse einiger Staa-ten begründeten, bald aber alle anders höhere
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