2621. Kurzer systematischer Grundriß
schuldig, von denenselben etwas auf künftige Noth-und Wohlstandsfälle zu ersparen. Denn außer be-sondern gar raren Glücksfällen ist sonst kein andererWeg, Vermögen zu erwerben; und auch diejenigen,die schon Vermögen haben, können durch Vermeh-rung desselben, und durch einen Vorrath baarenGeldes, bey vielen Gelegenheiten sich selbst, ihrerFamilie, ihrem Nächsten, und der Republik garbeträchtlichen Vortheil stiften. Das Haus Bran-denburg hat von den ältesten Zeiten her durch seinegute Wirthschaft den Grund und den Fortgang sei-ner Größe zuwege gebracht.
§. n6.
Zu dem Ende muß bey einer jeden Haushaltungein Entwurf der Einkünfte und Ausgaben gemachetwerden. Denn ohne dergleichen Entwurf, welcherdie Richtschnur aller Handlungen seyn muß , kannnichts anders, als eine höchst unordentliche Haus-haltung entstehen, bey welcher man entweder zuGrunde geht, oder, wenn bloß der Geiz die ganzeWirthschaft führet, auf andere Art wider seinePflichten sündiget. Es sind aber die gewissen Ein-künfte leicht in Ansatz zu bringen ; die ungewissenaber werden von 6 bis 9 Jahren zusammen gerech-net, und dadurch in eine mittlere Summe festgesetzt.Eben so sind die Ausgaben leicht zu bestimmen, weilman die Kosten der Küche, des Kellers, des Stal-les, des Gesindes, mit ziemlicher Gewißheit imvoraus berechnen kann.