556 ii. Nachr. von eilkem Projectmacher
nicht weniger als ein zwanzig oder dreyßig Jahre er-fordert. Denn diejenigen, so ihn selbst besuchethaben, versichern, daß die zu seinen Projekten ge-hörigen Schriften, wenigstens zehen Rieß Papierausmachen: und da er einen Geheimschreiber unter-hält, der unter seiner Anführung beständig daransortarbeiten muß; so dürften die Papiermühlen durchihn schon noch ferner einen guten Abgang haben.
Gleichwie der Wechsel der menschlichen Dingesich an jedermann spühren läßt; so hat auch dergroße Löen zuweilen in Wien ganz gut zu leben ge-schienen, ohne daß man weiß, wo er die Mitteltarzu hernimmt, zuweilen aber hat ihm auch dasGück seine gewöhnliche Tücke erwiesen, so daßer sich so weit erniedriget hat, angesehenen Leutenzu verstehen zu geben, daß ihn eben ein klein Ge-schenk zu Beförderung seiner der ganzen Welt heil-samen Absichten nicht beleidigen würde. Vielleichtwar es diesen Ursachen zuzuschreiben, daß ihn dieundankbare Welt auf die Liste derer Herren Abend-theurer gebracht hatte, die vor zweyen Jahren ausWien fortgeschaffet werden sollten. Herr Löengieng darauf zu einen: der vornehmsten Policey-Commiffaricn, um darwider Vorstellung zuthun; und natürlicher Weise mußte er sich bey die-ser Vorstellung in die Vortrefflichkeit seiner Pro-jekte einlassen. Der Herr Commiffarius hörete ihmviele Stunden aufmerksam zu, weil es schien, alswenn sich Herr Löen weiter heraus lassen wollte, alser noch jemals gethan harre. Allein mitten in die-ser Aufmerksamkeit fragte er den Herrn Policey-
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