schönsten Enthusiasmus begeistert, und die ehrwür-digen Ruinen des Alterthums versenkten ihn insüsse Melancholey. Indem er mit seinem Fuß überden heiligen Moder hintrat, so bebte er schaurendzurük vor der Allgewalt der Zeit, die nicht nur dieerhabensten Tempel, die auch selbst die Religionenzernichtet.
Da er wegen der Kriegesunruhen keinen Paßnach Neapel erhalten konnte, so begab er sich überSiena nach Florenz, von da über Pistoia nach Lucca,von Lucca über Pisa nach Livorno. Hier überfielihn ein hiziges Fieber. AufAnrathen seines Arztes,eines Juden, reisete er halbkrank zu Wasser nachGenua. In Genua blieb er fünfWochen. Hieraufentschloß er sich, seine Reise nach Genfssortzusetzen.Als er zu Sovona angelangt war, vernahm er,daß die Franzosen alle Passe bewachten und verschie-dene Reisende ausplünderten. Da war nun guterRath theure. Den Weg durch Italien zurük zu.nemmen, und durch Deutschland nach Genfzugehn,war zu verdrüßlich und kostbar. Er entschloß sichalso zu der gefährlichen Strasse, und zwar um soviel mehr, als er von ohngcfähr erfuhr, daß einMauleseltreibcr mit drey Maulthieren nach SantaGiulia reisete, und daß daselbst zween von den Gra-fen von Santa Giulia bestellte Wegweiser den Mar-quis de Pierre heimlich durchbringen sollten. Kaumhatte sich Brockes einen Büchsenschuß von SavonaB r