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Leonard Meisters Characteristik deutscher Dichter : nach der Zeitordnung gereyhet / mit Bildnissen von Heinrich Pfenninger
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Kriegesheer. Sein einziger Trost war ein Billetvon des Grafen Hand, der die Wegweiser herge-schickt hatte. Zu seiner Bcschützung hatte er nichtsals ein Paar Pistolen und sein Seitengewehr; seinBedienter trug einen Degen. Anders wußt' er ,sich nicht besser zurathcn , als daß er seine Leute ver-theilte. Zween ließ er, zur Erkundigung des Wegs,vorausgchn, und behielt nur einen bey sich, nebstdem Mauleseltreiber. Sie gelangten an beynaheunersteigliche Klippen. Die Maulthiere aber warenderselben gewohnt und schwenkten auch auf densteilsten Felsen, ohne einigen Mißtritt. So fürch-terlich den Reisenden auf der einen Seite die Un-wcgsamkeit vorkam, so angenehm war sie ihnenauf der andern Seite als Versicherung, daß dieFeinde hier nicht durchkommen könnten. Auf sol-che Weise mochten sie noch eine Stunde vorgerüktseyn, als ein Wegweiser unserm Brockes ins Ohrraunte, daß sie nun mitten in der französischen Ar-mee wären: Unter tiefem Stillschweigen geriethensie auf eine gewisse Höhe, und wurden auf denherumliegenden Gebirgen vieler Feuer gewahr.Endlich schlössen sie, es müßten Wachfeuer seyn.Nachdem hierauf des Mondes leztes Viertel her-vorbrach , sah Brockes unversehens seine vorausge«schikten Wegweiser in grosser Bangigkeit zurükeilen.Aus allen Kräften winkten sie ihm, daß er sich zurRechten hinsthlagen sollte. Die Furcht vor denB;