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Wegen ansehnlicher Lcibesgestalt kam er in Ge-fahr, weggenommen zu werden. Im I. 1724.flüchtete er sich nach Leipzig , woselbst ihm der Rathvon Königsberg ein Stipendium anwies. InLeipzig lebte er als Hofmeister in dem Haus desgrossen Polyhistors, Joh. Burkard Menkens. Im,1 .172z. erhielt er in dem Collegium U. L. Fraueneine Collegiatur und zugleich starken Zulauf vonder studircndcn Jugend. Die deutschübende, poeti-sche Gesellschaft, die unter Menckcns Aufsicht stand,erwählte Gottschcden zum Senior.
Schon in Königsberg wurde er von dem HoftathPutschen zu poetischen Versuchen ermuntert. Putschwar damals der Apoll des deutschen Parnasses.Man wird uns erlauben, daß wir ihn, als Gott-scheds angebetetes Vorbild, wenigstens episodischhier auftreten lassen. Im I. 1725. gab GottschedPietschcns poetische Schriften heraus. Eines derbesten Pietschenschen Gedichten ist das Gedicht aufdes Prinzen Eugenius ersten Feldzug in Ungarn,freylich noch beynahe ganz in dem schwülstigen Geisteder Loheasteine und Hofmannswaldau. PietschensGedichte sind in drey Abschnitte getheilt. Der ersteenthält Staats - und Heldengedichte, der zweyteTrauer - und Leichcngcdichte, der dritte verliebteund Hochzeitgedichte. Wir lassen sie in der Verges-senheit ruhn, allein da sie das damalige Zeitalterals Meisterstüke bewunderte, so dients doch wol