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gestiftet, und konnten, da sie auf diese Art keine Wi-derlegung fürchten durften, in ihrer Dunkelheit im-mer schädlicher werden. Darum zog sie Leßing ausLicht, und dieß nannte er, dem Feuer Luft ma-chen , damit es gelöscht werden könne. Ungeach.tet er sich über feine Absicht sehr deutlich erklärte,so konnte er doch dein Toben einiger Zeloten nichtentgehn, die in ihrer Hitze den Verfasser mit demHerausgeber verwechselten. Einige andre bcstrittmgleich Anfangs gewisse Sätze, die selbst von den fröm-melten und gelehrtesten Theologen anerkennt wer-den. Da diese Sätze Leßing zu den feurigen gemachthatte, so verfocht er sie in der Duplick und in denBlättern, die er unter dem Namen Anti-Götzeherausgab, mit aller Stärke der Dialecktick undBeredsamkeit, aber auch mit mehr Bitterkeit, alser würde gezeigt haben, wenn ihm auf seinem We-ge nur ruhige Wahrheitsforscher begegnet wären.Die Fragmente des Ungenannten sind von verschie-denen , berühmten Gottesgelehrten gründlich wider-legt worden. Leßing hat das Verdienst, diese heil-same Krisis veranlaßt zu haben. So urtheilt selbstein Jerusalem in seinen vortreflichen Betrachtungenüber die Religion.
Von sehr feinem und vielumfassenden Geiste zeugtvorzüglich auch Leßings Erziehung des Menschenge-schlechtes.
Einer der sonderbarsten Züge in seinem Caracter
ist