„ eben das Gefühl für das Schöne, eben die auf-„ merkfame Bemerkung der Natur fordert. „
Die Jugend unsers Geßners fiel in jene poetischeEpoche, da in dem südlichen Teutschland Hallerund Bodmer, in dem nördlichern Kleist und Klop-stok durch unsterbliches Vorbild so manchen ediernJüngling zur Dichtkunst leiteten. Sowol der freyeSinn und die Sitteneinfalt der Schweizer, als auchdie würklich romantischen Naturscenen um Zürichher stimmten glücklich zum Gesänge der Musen.Auch sammelten gerne Deutschlands Dichter an denUfern der Limmat, in den Haynen und auf denHügeln bey Zürich poetische Blumen, wie dennvon Zeit zu Zeit diese Stadt der Aufenthalt derKlopstoke, der Kleiste, der Wielande n. a. gewesen.Daher ein poetischer Wetteifer, welcher an jenesgüldene Zeitalter der zürcherischen Minnesinger,Hadloub, Maneß u. a. errinnert! — Einen ganzeignen Blumenwcg öfnete sich durch poetische Wild-uiß die gcßncrische Muse. Wenn wir Kleisten alsvortreflichen Landschaftsmahler, Mahler der leblosenNatur, — wie sehr müssen wir nicht in SalomonGeßner das Genie bewundern, welches lachende Flu-ren, blumigte Ufer, die ganze arcadische Schöpfungmit den licbeswürdigsten Figuren beseelet.' WelcheFeinheit und Rührung in den kleinsten Nüancenseiner schäfcrischen Sittcngemählde! Wie im Strahlder Morgenröthe die Natur dem Himmel Macht,Aa;