III) Carolmger 752-888
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Ludewig dem Teutschen hingegen das östlich FränkischeReich oder das heutige Teutschland bis an den Rhein,nebst Main;, Worms und Speier; alles übrige aberzwischen dem Rheine und jenen vier Flüssen, nebst Ita-lien und der Kaiserwürde, Lotharen zugetheilet wurde.
DeS lehtern Söhne theilten sich 855- wieder so,daß der jüngste, Carl, Provence; der älteste, Lude-wig der II., Italien mit der Kaiserwürde; der mittle-re, Lothar der II., das von ihm so genannte Lothrin-gische Reich zwischen dem Rheine und der Maas undScheide bekam. Provence ward aber nach Carls un-beerbtem Tode schon 86z. unter den beiden übrigenBrüdern vertheilet.
Während dieser Zeit machte sich Navarra 8sZ-von der Fränkischen Herrschaft los, und ward 857.ein eignes Königreich. Desgleichen entzogen sich dieSaracenen im heutigen Arragonien der FränkischenHoheit, und beunruhigten übrigens nicht nur die Kü-sten von Provence und Italien, sondern sehten sichauch schon in Neapel und Sicilien fest. Die Wen-den unternahmen öftere Einbrüche vom rechten Uferder Elbe her. Und Normänner, die zuerst Lothar derI. gegen seine Brüder gereizt hatte, drangen zu Was-ser die Seine und Loire hinauf fast jährlich bis inSHerz von Frankreich.
Diese Umstände gaben mehrmalen Anlaß, daßsämmtliche Fränkische Könige über den gemeinsamenNothstand ihrer Reiche vereinigte Berathschlagungenanstellten. Die größte Sicherheit fieng man aber an,in Erbauung fester Bergschlösser zu suchen; wovonwieder eine Folge war, daß ein jeder nicht nur aufseine Vertheidigung dachte, sondern auch bald jeden
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