92 Neuere Gesch. I) bis zumwestph. Fr.
Italien zog, um den Pisanern gegen die Florentinerzu helfen, aber Livorno vergeblich belagerte, und un<verrichteter Dinge zurück mußte.
Diese Umstände machten, daß Max auf seinemersten Reichstage zu Worms nur auf Hülfe gegenFrankreich und gegen die Türken antrug. Desto eif-riger. bestanden aber die Stande auf Vollziehung derschon 1486. gemachten Entwürfe eines ewigen allge-meinen Landfriedens und CammergerichtS, wovon die
1495 Ordnungen endlich 1495. Aug. 7. gezeichnet wurden,darauf auch das Cammergericht 1495. Oct. z i. würk-lich in Gang kam, womit unter andern das RömischeRecht als TeutschlandS gemeines Recht je langer jegrösseres Uebergewicht gewann. Ein bald hernach er-richtetes Reichsregiment gab ferner izoo. zu Eintheirlung des Reichs in sechs Kreise Anlaß, die hernach1512.mil Zuziehung der kaiserlichen Erblande und dersechs Churfürstenthümer noch mit vier neuen Kreisenvermehrt, und in eine gewisse Kriegsverfassung gesetztwurden. Sodann enthielt ein Hofrathscollegium,das Max i sQi. nebst einer Hofcammer an seinem Ho-fe anlegte, eigentlich die erste Grundlage des jetzigenRcichshofraths; doch wollten die Stände nicht zuge-ben, daß auch Rechtssachen daselbst vorgenommenwerden könnten, wozu nach ihrer Meynung jetzt nurdas Cammergericht bestimmt war, ob sie gleich nichtsdawider hatten, wenn etwa besonders wichtige Für-ftensachen noch an ein feierliches Fürstenrecht gebrachtwurden.
Max war vorzüglich glücklich in Bewirkung derWechselhciratb seines Sohns Philipps mit der Spa-nischen Jnfanrinn Johanna, und des Infamen Jo-
1496 hannes mit seiner Tochter Margarethe (1496. Oct.).
Aber