124 Neuere Gesch. II) nach dem westph. Fr.
seßung des von Frankreich unterstützten Coadjutors vonFürstenberg vielmehr Joseph Clemens von Baiern zumChurfürsten von Cölln erwehlet wurde. Noch imJah-1688 re 1688. brach ein Französisches Kriegsheer in diePfalz und andere benachbarte Lander ein, und derganze Strich Landes von Speier und Heidelberg bisOppenheim ward im Jan. und Febr. 1689. nach dergrausamen Vorschrift des Französischen Kriegsmini-sters von Louvois mit vorsätzlicher Einäscherung allerStädte und Dörfer in eine Wüste verwandelt.
Von nun an behielten beide Kriege sowohl mitFrankreich als mit den Türken ihren Fortgang, wäh-rend dessen vorerst der Erzherzog Joseph zum Römi-schen Könige erwehlet, und das Haus Hannover mitder nennten Chur belehnt ward, auch übrigens ver-schiedene evangelische Reichsstände zu ihrem grossenVortheile ganze Colonien ihrer Glaubensgenossen auf-nahmen, die nach der im Oct. 168 s. geschehenen Wie-derrufung des EdictS von Nantes aus Frankreichflüchteten.
Im Kriege behielt Ludewig der XIV. am Endedoch wieder die Oberhand, bot aber doch, in Hinsichtauf den bevorstehenden Spanischen Successionsfall,die Hand zum Frieden, der auf einem unter andern von1697 Z2. Reichsdeputirten beschickten Congresse zu Ryßwick(1697. Oct. ZO.) endlich dahin geschloffen wurde, daßFrankreich nur die am rechten Ufer des Rheins reunir-ten Orte herausgeben, hingegen Straßburg, undwassonst im Elsaß reunirt war, behalten sollte. Nurwegen der im vierten Artikel noch kurz vor Unterschriftdes Friedens eingedrängten Clausel, daß in den vonFrankreich zu restituirenden Orten die katholische Re-ligion im gegenwärtigen Zustande bleiben sollte, wei-gerten