§. s4- Joseph der 7 . 172s -1711. 127
Stanislaus tescinsky abzutreten. Aber eine Nieder-läge bey Pulrawa (1709. Jun. 27.) nöthigte ihn hin-wiederum zur Flucht nach Bender. Und von nun anwachten alle bisherige Bündnisse gegen Schwedenwieder auf, in Ansehung deren man nur das TeutscheReich bey der Neutralität zu erhalten suchte; ohnedoch die Genehmigung Carls des XU. darüber zu er-halten.
In unseren Reichssachen zog die Bairische Achts-erklarung die Folge nach sich, daß Churpfalz seineehemalige Churstelle wieder einnahm, auch nunmehrChurbraunschweig introducirt und Churböhmen read-mittirt wurde. Auch verglich man sich jetzt über dieStellen der beständigen Wahlcapitulation, wie eskünftig überhaupt mit Achtserklärungen und RömischenKönigswahlen gehalten werden sollte. UebrigenSward über ein schon 1704. am Cammergerichte ent-standenes Justitium 1727. eine außerordentliche Visi-tation desselben beschlossen, die erst 1711. das Ge-richt wieder in Gang brachte, und doch noch überzwey Jahre fortwährte.
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Carl der vi. (alt 2s — 55.)
1711. Apr. 17 — 1740. Oct. 20.. (29 Jahre).
Josephs Tod eröffnete zwar Carl dem VI. den 1711Weg zum kaiserlichen Throne, aber er beförderte auchdie zwischen Frankreich und Engelland schon angefan-genen Friedenshandlungen , die zu Uetrecht in lauter MLeinzelnen Friedensschlüssen zwischen Frankreich auf ei-ner, und Engelland, Portugall, Preussen, Savo-yen, Holland auf der andern Seite, sodann zwischenSpanien an einem, und Engelland und Savoyen am
andern