Buch 
Die Tageszeiten : ein Gedicht in vier Büchern / von Friedrich Wilhelm Zachariä
JPEG-Download
 

Der Msrgm.

Aber die Politik mit tausend Augen und Ohren,

Führet es bey ihm vorbey zu einem glücklichern Günstling.

Hier umarmet ein Hofmann den andern, und hat ihn verrathen;Und hört schon von fern her daö bange Jammern des Weibes,

Und der unschuldigen Kinder, die mit unglücklich geworden;

Von dem Ruine des Vaters ergriffen, zum Abgrund des ElendsTraurig herunterstürzen, und hohe Talente vergraben.

Dreymal glücklich ist der, der einen weisen Minister

Welcher die Größe verdienet, die ihn schmückt, zu seinem Beschützer

Nicht durch sklavisches Schmeicheln sich zu erwerben gebrauchet!

Wie unglücklich ist der, der in dem Vorsaal des Schreibers,Unerhöret vom vorgen Lakai, um Allmosen bettelt!

Der im Proceß verwickelte Landmann geht itzo mit EhrfurchtZu dem Hause des Auwalds, oder des feilen Richters.

Was sein armer Hof nur vermochte, die besten Kapaunen,

Oder ein saugendes Lamm bringt er zum Altar der Themis.

Gestern noch gieng er im dickesten Schilsan leimichten Ufern,

Alle die schönsten Krebse des Baches dem Auwald zu suchen.

Und nun wartet er traurig den langen Morgen im Vorhof,

Und geht trauriger noch aus dem verkauften Gerichte.

Ach! noch lange wird ihn der Auwald, im Rechtshan'del lassen,

Bis sein Hof von Vieh entvölkert, und einsam geworden.

Und sein Acker allein dem Amtmann Spötteln getragen!

Glücklich ist der, der fern vom Altar der feilen Chikane,

Richter und Auwald nicht kennet, und seinen ruhigen Morgen