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Die Tageszeiten : ein Gedicht in vier Büchern / von Friedrich Wilhelm Zachariä
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Der Abend.

Sieht die Muse Schaaren bey Schaaren, und segnet die Namen,Deren zuviel sind, als daß sie die Grenzen des engeren LiedesAlle versammeln könnten; die aber mit güldenen LetternDas Gerücht' an die Pfeiler im Tempel der Ewigkeit schreibet.

Und die sanften Stunden erscheinen , da ernstre GeschäfteKeinen Geschmack mehr haben, die matte Seele zu fesseln.

Stille geht aus vom Throne des Abends; und über mir, dünkt mich,Hör ich süße Melodien und himmlische Stimmen,

Die auch meinen irdschen Gesang begeistern.' Die Saite,

Obgleich nur von sterblicher Hand berühret, vermischt sichMit den erhabenen Harmonien, die über mir tönen.

Du,o Herbst des Tages, der du besonders mich reizestMit dem gütigen Himmel, mit sanftem gemäßigten Sonnen,

Und mit stillen Schatten, die meine Gedanken erheben;

Der du den falben Vorhang vor bunte Zerstreuungen ziehest,

Und der Seele lauter mit sich zu reden verstattest;

Holder Abend, dem meine Gesänge zum-öftersten tönen;

Schütte die gütigen Influenzen harmonischer Sphären,

Die du ißt zum mäandrischen Tanz' am Himmel herausführst.

Ueber meinen Gesang, damit auch er musikalischVon der Leyer erschalle, die jener zaubernde DritteUeber ein gleiches Thema mit größerem Feuer geschlagen.

Recke