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D. George Christian Gebauers Grund-Riß zu einer Umständlichen Historie der vornehmsten Europäischen Reiche und Staaten : mit einer Vorrede von dem mannigfaltigen Nutzen der Historischen Wissenschaft ...
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XX

Vorrede.

er von seines Enckels Erhebung aufden Spanischen Thron genossen, ko-stet ihm,das viele Menschenblut ungerechnet, eine Schuldenlast von acht-zehn hundert Millionen Frantzösischer Pfunde. Vier Jahr nach sei-nem Tode hat sein Urenckel unter der Regentenschafr fernes Vetternmit seinem Enckel, dem Spanischen Könige, öffentlich Krieg geführet.Nebst andern Beyurasachen mag, zu Anfange des Spanischen Krieges,sonderlich die Furcht einer Zergliederung der Monarchre die Grossen inSpanien verhindert haben, auf das gegründete Recht des HausesOesterreich zu sehen: allein sie haben einen Frantzösifchen Printz zumKönige, und die Monarchie ist dennoch zugliedert, und wird wohl zuglie-dert bleiben. Solte man nun nicht über diese, und andere krebsgängige,Rathschläge der Grossen in der Welt schreiben, daß alles eitel, und daßGott der einige Herr sey, der allenDingen ihren Ausgang nach seinemWillen zutheile.

Nun entstehen noch alle Tage solche Welthandel, die denn von de-nen, welche der Historien kundig, gantz mit andern Augen angesehen wer-den, als von denen, die in den Geschichten unerfahren. Die Verwun-derung ist eine Tochter der Unwissenheit. Die Ungelehrten, wenn siedie unvermntheten Begebenheiten dieser Zeit vernehmen, kriegen vondenselben sonderliche und sorgliche Gedancken, dagegen ein Liebhaber derGeschichte aus solchen sich bald eines gleichen erinnern, und die Bestäti-gung des alten Ausspruchs wahrnehmen wird: Es sey nichts neues un-ter der Sonnen. Er wird die Bewegungs Ursachen, welche aller Hand-lungenSeele und Leben seyn, und doch meistens von denenStifftern undUrhebern sorgfältig verborgenwerden, viel eher ausfündig machen, alsein anderer. Er wird offte, als ein weiser Janus,nicht allein in das Ver-gangene, in die Rathstuben der Grossen, zurücke, sondern auch das Zu-künftige, die Würckungen der Welthändel,voraus sehen. Die Menschensind gesellige Thiere von Natur. Aber wenn Gott nicht den Wein ge-schaffen, die Menschen nicht andere ihm gleich-starcke Geträncke durchKunst Herfür gebracht, Indien uns keinen Taback geschicket, und müßi-ge Köpfe nicht unzehliqe Spiele erfunden hätten, weiß ich nicht, wie esmit den meisten Gesellschaften aussehen würde. Wir können den Um-gang