von der Stadt Mayland. S8Z
mit der Schöpfung und Eincheilung der Welt zugebracht habe, da hingegen jeder Priester,so oft er Messe liest, nicht ein pures Geschöpf, sondern das höchste Erschaffene Wesen selbst,den Ursprung aller andern Dinge, nur mit einem einzigen Worte hervorbringe und mache.
I.S VLNVÜ.L meldet in seiner französischen Historie, wie Ludwig der eilfte gewünscht, soglücklich gewesen zu seyn, wie Maria, welche den Heiland im Mutterleibe getragen habe;da dann diePfaffen den König beredet, der priesterliche Stand sey noch herrlicher, weil mandarinnen täglich und so oft man wolle, Christum in der Hand haben könne.
Nahe bey der Dominicanerkirche, welche den Namen von 8. Iclaria ckella Kola führet, S-^rla llellsliest man über der Thüre einer Schule:
kauperibus pueris priinain capientibu8 srteinLaHiitec», arAentum nolo, leä Ingenium.
Attininittratore8 l^uatuor Xlariaruna ox tettamento lliom«: äe Oraltts.
In dem Vorhofe der Kirche St. Martha ist die marmorne Statue des jungen Kriegs- St. Martha.Helden Ostton äs koix, welcher nach befochtenem Siege bey Ravenna im Jahre 1512 das Grab desLeben lassen mußte, zu sehen. Sein Körper wurde anfänglich von den Franzosen mitgroßem Gepränge unter ein prächtiges Trauergerüste in der Domkirche zu Mayland ge-bracht, bald darauf aber, als die Franzosen Mayland räumen mußten, ließ ihn der Kardi-nal von Sion, als einen im Kirchenbanns gestorbenen, heimlich bey den Nonnen von SftMartha begraben. Drey Jahre hernach war das Glück den französischen Waffen so gün-stig, daß sie abermals in Mayland triumphirten, und da wurde das Andenken des Gastonismit einem kostbaren Grabmaale in der Kirche der besagten Nonnen beehret; welches jedochauch wieder weggenommen worden, als einige Veränderungen an dem Baue der Kirche ge-r,-macht werden mußten. Die Statue, so auf dem Grabe gestanden und überaus wohl gera-then ist, hat man beybehalten und an die Mauer des abgedachten Platzes gesetzet. Unterderselben liest man folgende in schwarzen Marmor mit vergüteten Buchstaben eingehalteneWorte:
8iirni1acruln Osttoriis boxn,
Oatticarum copi.in.im Ducttoris,
Hui in ttaveimat. proclio ceciäit anno XlI) XIl-Lum in aräe 8. XlartliL rettituenciakijus tiirnu1u8 cttrutn8 tttllujusce cccnobii VirAinesAc! tanti Ducis innnortalitateinILoe in loco collocanäum cnravere
Anno xivcuxxxiv.
In einem gewölbten Platze vor der Kirche cki 8. Xlararo steht man oben herum acht Begräbnisse,steinerne Särge stehen, welche einemjTheileder Familie von Trivulce zur Ruhestäte gedie- d/r invul-net haben. In dem mittelsten liegt nach Anleitung einer beygefügten Jnscription: tiorum.
Iolianne8 ^acobii8 X!aAliii8 1rivulüu8,
Antonii biliusi
()ui nunguain guievit, giiiekcit. Dace.
8. kaolo, so den Bernhardinernonnen gehöret, hat ein schönes bromilpioinm, an wel- St. Paolo,chem eine Statue der Xlaäomia cki Uoreto, insonderheit aber die erste Gelegenheit zu PauliBekehrung durch das Gesicht, welches er auf dem Wege nach Damasko gehabt, zu bemer-ken ist. Diese Begebenheit wird durch ein baz- reliek aus einem einzigen Stücke von weiö-
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