Band 
[Erste Abtheilung.]
Seite
306
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Pantoffel knV. und seineVerehrung.

Wundertha-tiges Cruci-fix.

Gegend bisNovi.

Das apennk-nische Gebir-

«e-

SeineBenen-

iiung.

zo6 xxxvm. Brief. Reise von Turin

Abbildungen sind der Clerisey nicht übel zu nehmen. Ein jeder kann sich für sein Geld ma-len lassen, was er will. In besagter Sacristey ist ferner noch ein, schöner Tisch aus Por-phyr zu besehen, und an einem Altare zur rechten Hand ein treffliches Portrait des Pabstes?ii V, dessen einer Pantoffel in dem Altare verwahret wird. Solcher ist von rothem Samm-te, fast gänzlich ohne Absah und oben mit einer goldenen Tresse in der Gestalt eines Kreu-zes beseht. Es kostete unserer Gesellschaft Mühe, solchen Pantoffel, welchen kius V nurein-oder zwcymal getragen hat, zu sehen, weil man ihn anfänglich nicht anders als unter derBedingung, daß wir ihn küssen sollten, zeigen wollte. Es Half uns aber endlich ein jungerDominicaner aus Schlesien, der allhier studirte, zu der Erlaubniß, ohne Bedingung allesin Augenschein zu nehmen; jedoch brauchte man verschiedene Ceremonien dabey, und ver-meynten die Mönche, daß sie uns in diesem Stücke eine ganz außerordentliche Tätigkeit er-wiesen hätten. Nach ihrer Meynung besteht das sehenswürdkgste ihrer Kirche in einemhölzernen Crucifixe, so sich im Jahre 1647 nach der rechten Hand und gegen eine Kapelle,in welcher ein Stück vom Kreuze Christi, ein Dorn aus seiner Krone und etliche andereHeiligthümer verwahret werden, gewendet hat, als ein Dieb die dabey befindlichen Kostbar-keiten bey Nachtzeit zu entwenden bedacht gewesen. Der Knall des sich umkehrenden Bil-des verjagte den Dieb und sehte ihn in einen solchen Schrecken, daß die ganze Begebenheitdarüber offenbar wurde. Das Crucifix behält noch heut zu Tage die Stellung, welche esdamals angenommen hat; es hat sich aber eigentlich nicht der am Kreuze hängende Körper,sondern nur der untere Stamm des Kreuzes herum gewunden oder gedrehet, welches garleicht die Wirkung eines trocken werdenden Holzes seyn kann.

Die Gegend von Alexandria bis nach Novi, der ersten genuesischen Stadt, worinnenaber nichts zu bemerken, ist ganz eben. Von bannen trifft man zwar noch gute und meisten-theils gepflasterte Wege an, allein es finden sich auch schon viele Hügel, als Verbothen desbald darauf folgenden apenninischen Gebirges. Ueber den Fluß Lemo kömmt man zu ver-schiedenen malen, und läßt man nahe zur linken Hand die auf einem steilen Felsen liegendeund den Genuesern zuständige schöne Festung Gavi. Von Voltaggio, welches zwo Postenvon Novi entfernet ist, fängt die rechte Erhöhung des Gebirges an, und läßt die in derKrümme herum gehende wohl gepflasterte auch an vielen Orten zur Seite ausgemauerteStraße den Lemo bald zur rechten bald zur linken Hand.

Der ^peiminus hat seine Benennung von den Alpen, womit sowohl die Deutschennoch heut zu Tage, als die Gallier in alten Zeiten (*) die Berge überhaupt andeuteten §).In Oberdeutschland sind sowohl die würtembergischen als schweizerischen Alpen bekannt:

und

(y Dem GervLug stimmet Isidoeus bey Der Name Alp bedeutet sowohl einen

onZ. l. XIV, c. 8 . imd Rndbek Atlant. tom. Berg, als auch ein Beragkspcnste. vrxul..in

I, c. r;, p. 66r: Alk 6c Olt vocsbulum eti ver- Inciic. iingu. vet> Lcytb. 8esncl. voc. gltr.: Xlon-nsculum omnibus pewis A montibus uisiorlblis te§ ck rupk« llsemonibus inbsblcsri insjoribus 6ccommune. Wenigstens ist diese Ableitung wahr- olim xerümtmii, L bo-l:e -Milch cre-Htnm. Manscheinlicher als des Adrian Schriek-us von sl- kann also den Ursprung des Namens Alpdrückenop xlsne lurüim, in oriK. i-cr. Lelt. L Lclx. p. leicht errathen, sintemal das leichtgläubige Al-^6: und des Gore-pins Bekanus von slbus terkhum von Poltergeistern traumekc, welche dieweiß, in ttermstken. I. IV, P.8?. Menschen im Schlafe zu beunruhigen suchten.

«) SLUVIV 8 sä VIK 6 II.. Hneiä. X. init. Die isländische Edda mytk, i; redet von guten

//cct ^ und bösen Alpen, und man findet noch heutiges/»-0/,7/c tb» vrofl/E Tages bey dem betrogenen Pöbel unzählige Spu-//cormLren des alten Aberglaubens. Der Namen Dru-den-