von Pisa. ZZZ
fund, die umliegende Gegend sehr fruchtbar und die Lage der Stadt wegen des schönen Arno-stroms bequem und angenehm ist. Die Anzahl der Einwohner erstrecket sich auf sechszehnbis siebenzehn tausend, an statt daß ihrer in Ansehung der Größe und anderer Umstände desOrtes wenigstens achtzig tausend seyn sollten.
Die im Jahre izzy aufgerichtete Universität ist gleichfalls in schlechtem Stande, ob Universität,es gleich weder an Stiftungen und Collegiis, noch an Professoren, welche der Großherzogernennet, fehlet.
Die Börse ist ein schönes und prächtiges Werk, so im Jahre i6o; aufgeführet worden; Börse,allein sie wird von wenig Kaufleuten betreten.
Das einzige, was den Handwerkern noch einige Nahrung giebt, ist der Bau der Ga- 2E derleeren, welchen der Großherzog wegen der Bequemlichkeit, die derArno dazu giebt, nach Galeeren-Pisa verleget hat, wozu noch kömmt, daß die vier oder fünf Galeeren, die er unterhält, ge-meiniglich hier liegen. Nächst diesem gereichet zu einem kleinen Zuwachse, daß den Ritterndes Ordens St. Stephani diese Stadt gleichsam zu ihrer Residenz und vornehmstem Sitze Orden St.angewiesen worden. Diese Ritter werden in Lavalieri äella 6iullitia, üells 6r->2>a und Stephani.cke Lommanüerie eingetheilt. Letztere sind diejenigen, so eine Commanderie, die nach ihremTode dem Orden heimfällt, stiften, um die Ehre zu haben, das Ordenskreuz zu tragen. Indie andere Classe gehören auch berühmte Maler, und dergleichen Künstler, welchen der Groß-herzog aus Gnaden das Kreuz giebt. Diese beyderley Sorten von Rittern sind mit keinenGelübden belästiget: die eigentlichen Ritter St. Stephani aber, nämlich die von der erstenClasse, schwören dem Großmeister, welches kein anderer als der Großherzog von Florenzselbst ist, Gehorsam und Kriegesdienste gegen die Ungläubigen. Sie gelangen auch nichteher zum Genusse einer Commanderie, bis sie ihre Karavanen vollendet, und was die Probeihrer Ahnen anlanget, wird eben dasjenige von ihnen gefodert, was die Malteserritter lei-sten müssen. Ihr Gelübde der Keuschheit schließt die eheliche Liebe nicht aus; die unverhei-rarheten Ritter aber haben den Vortheil, daß sie in dein Pallaste des Ordens zu Pisa woh-nen dürfen, wo ihnen der Unterhalt rznd das Logiment nichts kostet. Die Ritter können mitihrem Vermögen sowohl bey Lebzeiten als in Testamenten schalten und walten wie sie wollen,wenn nur der vierte Theil dem Orden bleibt. Wenn s^ im Staate sind, tragen sie ein mitGolde bordirtes achteckichtes Kreuz von Cramoisi-Satine auf der Brust, außer den Ceremo-nien aber, und wenn sie sonst ausgehen, sieht man ein Kreuz von weißem Atlasse auf demMantel.
Ihre Hauptgaleere trägt schon lange Jahre her die Trauer vermittelst eines schwarzen Trauer derEtliches, der über ihren Hintern Theil gemalt ist, und soll dieser Theil ehemals ganz schwarz Hauptgalere.gewesen seyn, zum Zeichen, daß sie ihr vornehmstes Schiff oder die Reale gegen die Un-gläubigen, obgleich nach einer tapfern Gegenwehr, eingebüßet haben. Wie man vorgiebt,dauret diese Trauer so lange noch, bis obgedachte Scharte vermittelst Wegnehmung einestürkischen oder africanischen Hauptschiffes wird ausgewetzet seyn. Der Orden St. Ste-phani ist erst im Jahre i;6i vom Pabste Pius dem vierten bekräftiget worden und recht zuStande gekommen «). Seine Statuten sind im Jahre 1622 zu Florenz in italienischer Spra-che gedruckt. Den Namen 8anclli Lteplimn des Pabstes, hat der Stifter des Ordens Cos-inus, erster Großherzog, deswegen erwählet, weil er am sechsten August, auf welchen Tagder Name des ihtgedachten Pabstes fällt, den merkwürdigen Sieg bey Marciano, der eigent-lich die mediceische Macht und Regierung festgestellet hak, befochten. Auch ist dieser Ste-
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») Lonf. I'IIVWN. Iü). XXXII, sä 21,11. i; 6 r.