Band 
[Erste Abtheilung.]
Seite
352
JPEG-Download
 

l Pfeiler desPallastes-

Statuen un-ter der

l.o8Zis.

Treffliche

Spring-

brunnen.

8tstus kgue-itrir Lolini I.

zz2 xi.ii. Brief. Nachrichten

wird das eine für das Original des heil. Johannis ausgegeben. Ob man einen mehrernund stärker» Beweis dieser Meynung anführen könne, als daß es mit güldenen Buchstabengeschrieben, ist mir unbekannt. Man trifft darinnen auch zwey gute Gemälde an, so diegeistliche Historie betreffen. Die Buchstaben sind groß und deutlich, jedoch mit vielen Ab-breviaturen untermischet. Das ganze Werk ist auf Pergamen in Folio geschrieben und inein rothes jeder eingebunden. Der andere griechische Loäex, so gleichfalls auf Pergamengeschrieben ist, begreift die vier Evangelisten, unter welchen Johannes vornen an steht. Die-ses Werk befindet sich in einem silbernen Bande, der reichlich mit Perlen besehet ist.

Die Pfeiler des knl-irro Vecclüo waren ehemals nur aus Backsteinen; der geschickteBaumeister Michelozzi aber hat solche wegzunehmen, und in ihre Stelle andere von Quader-steinen, so die Last des Gebäudes besser ertragen können, anzubringen gewußt.

Außerhalb des kalarro Veccbio steht man unter der I-ogAia, so insgemein äe'UanLigenennet wird, drey schöne Statuen, davon die erste eine Judith ist, zu deren Füßen der be-soffene Holofernes gleichsam auf der Schlachtbank bereit liegt. Der Meister dieses schönenWerkes, das aus bronro besteht, ist Donatello. An der andern Statue, die gleichfalls vonMetall, hat Benevenuto Celliui -?) den Perseus, wie er der Medusa Haupt abgehauen, vor-gestellt. Die an der ball befindlichen bss-relieis aus bronro bilden Andromeden und Per-scus nebst andern dahin gehörigen Historien ab. Alles Lob aber übersteigt das nahe dabeybefindliche Oruppo, auf welchem eine erschrockene Sabinerinn von einem jungen munternund über seiner erhaltenen Beute höchst erfreueten Römer weggetragen wird, unterdessen daßder Vater der entführten Person zur Erde geworfen liegt, und aus seinem Gesichte Schmer-zen, Zorn und Rache lesen läßt. Der Raub des sabinischen Frauenzimmers ist an den bas-reliefs des Piedestal ausgedrückt, und das ganze Werk machet seinem Meister Giov. Bolo-gna viel Ehre.

Auf dem Platze vor dem kalnrro Veccluo fällt ein trefflicher Springbrunnen, welchenCosinus der erste durch Ammanati aufführen lassen, in die Augen. Solcher ist mit vielenKindern, Seemuscheln, Oornibur Lopirr, Tritonen und vier andern, die menschliche Größeübertreffenden Seegottheiten aus Metalle gezieret, in deren Mitte Neptuns Statue, so zehnbraccia oder Ellen hoch ist, auf einer großen Muschel als auf einem Triumphwagen vonzwey metallenen und zwey andern aus weißem Marmor verfertigten Pferden gezogenwird.

Nahe bey diesem Brunnen steht die metallene 8tatua klguellri«, welche der GroßherzogFerdinand der erste, im Jahre 1594 seinem Vater Cosinus dem ersten zu Ehren aufrichten las-sen. Die Arbeit ist von Giov. Bologna, und stellen die bi^-rclieL der einen Seite dieWahl Cosinus des ersten zum Herzoge vor, da er noch nicht achtzehn Jahre alt war, mit derUeberschrift:

klenin liberis 8en. ssl. lussrgAils Oux kstrioe rennnciatur.

Die andere Seite bildet seine Krönung zum Großherzoge vor, mit den darüber gesetz-ten Worten:

Ob lLebun reliZioius prsecipuninguechillin-e lluämm.

An der dritten ist der Einzug in Siena abgebildet mit der Jnscription:

krolliZntir liollibns in clcäitionoln acce^tü Lenenlibus.

Und

Dieser cri.ii rühmetsichm seiner von sey, welcher in der Belagerung der Stadt Romihm selbst verfertigten und mit vielen Pralereyen den Herzog Karl von Bonrbon erschösse« hat.angefüllten Lebensbeschreibung, daß er derjenige