Band 
[Erste Abtheilung.]
Seite
354
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I54

Galerie vonStatuen.

Vorkammer.

Gemälde in-er Galerie.

Statuen.

kaokoon.

XI-H. Brief. Nachrichten

Das oberste Stockwerk der kabele- ZeZIi b/Ecl dienet zu verschiedenen Kunst-- undRaritätenkammern des GroßherzogS. Insbesondere findet sich daselbst die berühmte Gale-rie, deren Beschreibung allein einen Folianten ausmachen müßte, wenn solche nach Wür-den unternommen werden sollte. Sie ist in folgender Figur erbauet:

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Ihre innere Breite ist von zehn gemeinen Schritten, und die Länge der beyden längsten Coe-ridori -> bis b und c bis cl von zweyhundert und zwölf gemeinen Schritten, so bey vierhundert Fuß auskragen. Von b bis c sind siebenzig gedachter Schritte zu zählen. In derVorkammer, durch welche man in die Galerie auf der Seite von a b kömmt, finden sichviele alte Jnscripcionen, läola, Lampen und Statuen, unter welchen auch der metallene Orpheusoder Amphion, so auf einer Violine spielet, bemerket wird. Von neuerer Arbeit ist hiernichts vorhanden, als zween große metallene Wölfe, die einander gegenüber stehen.

Was die Galerie selbst anlanget, so stellen die Gemälde ihrer Decke die Erfindung derKünste und Wissenschaften, die berühmtesten Leute der Stadt Florenz und andere derglei-chen historische Andenken vor. An den Seiten sind die von den besten Meistern verfertigtePortraits der berühmten Leute aus dem Hause Mediciö aufgehängt. Ueber denselben siehtman längst des Gesimses und zwar rechter Hand, wenn man von a nach b geht, die kleinernPortraite von Generalen, vornehmen Staatsministern und großen Herren, gegenüber aberdie Bildnisse gelehrter Leute. Oss man darunter eine Ordnung beobachte, kann ich nicht ja-gen. Newton und Leibnitz, denen der Neid nicht gestattete, in ihrem Leben gar gute Freun-de zu seyn, stehen hier beysammen, und jener voran, wenn man von » nach b geht. Aufbeyden Seiten sind Orupxi, Statuen und Brustbilder gestellet, zwischen welchen ein Liebha-ber der Alterthümer und Bildhauerkunst einen desto angenehmern Spaziergang haben kann,je mehr man versichert ist, daß man allhier lauter Originale vor sich hak. In dem Corri-dore ch c, hat man insbesondere beobachtet, daß die Statuen und Köpfe der Männer auf ei-ner, und die weiblichen auf der andern Seite beysammen zu stehen kommen. Die sämmt-liche Anzahl der Statuen erstrecket sich auf zwey und siebenzig, und der Brustbilder auf hun-dert und zwey Stücke. Es ist nicht möglich, von allen und jeden besondere Nachrichten zugeben, und begnüge ich mich, nur die vornehmsten kürzlich anzudeuten. Das 6ruppo ausweißem Marmor, so den Laokoon vorstellet, wie er nebst seinen zween Söhnen von Schlan-gen umgebracht wird, ist vielleicht die einzige Copey, so in der Galerie angetroffen wird, undsteht es wegen seiner ansehnlichen Größe oben an bey a. An dem Fußgesimse liest man:kacciue llanämellns klorentinus 8an<5li ^acobi klgues kaclebat. Das Original findet sichim Belvedere des Vaticans zu Rom; an statt aber, daß dieses seine Hintere Seite nicht völ-lig geendet hat, indem es vermuthlich an eine Wand gesetzt werden sollen, so ist das fiorenti-nische 6ruj)jxi vollkommen ausgearbeitet, auch an den Orten, wo das Original gestümmelk,ergänzet worden, und dieses nicht nach dem bloßen Gutdünken des Bandinelli, sondern nachAnleitung eines alten Modells, welches man allhier von dem kläglichen Ende des Laokoon