Des MalersMaitresseauf einemgeistlichenGemälde.
Fehler an ei-nem andernStücke.
Alte Gemäl-de.
Bildhauer-arbeit an derKanzel.
GcabmaalMich. Ang.Buonaroti.
Nachrichtenvom Buona-rota.
Z84 xn Brief. Relation von den vornehinstm Kirchen
Hand, hat der Maler sein eigenes Gesicht abgebildet, wie er seine Augen auf eine gegenüberbefindliche Frauensperson, die seine Maitresse gewesen seyn soll, wirft. Sie stellet allhierdie Person der Eva vor, und ist in ihrer ganzen Gestalt gemalet, an statt daß man von allenübrigen Personen dieses Stückes nichts als nur die Hälfte oder nur das Gesicht zu sehen be-kömmt.
In einer andern Kapelle hat 8ami cil Dito die Mahlzeit des Heilandes mit den zweenJüngern zu Emauö gemalt, wobey sich unter dem Tische eine Katze, und im Zimmer etlichenackende Kinder, deren eines mit einem Hunde spielet, befinden.
Es sind auch in dieser Kirche verschiedene alte Stücke vom Cimabue und Giotto, wel-chen beyden Männern man die Wiederherstellung der Malerey zu danken hat, vorhanden.
Die Kanzel hat schöne das-relief^ von weißem Marmor. In der schönen (lappellacke'dlicLolini stehen fünf marmorne Statuen vom Francavilla einem niederländischen Bild-hauer, welche den Aaron, Mosen, die Keuschheit, Klugheit und Demuth abbilden.
An dem marmornen Grabmaale des berühmten Michele Angelo Buonaroti ist obenhersein Brustbild, und unter demselben die wegen seines Todes gleichsam leidtragenden dreyStatuen der Malerey, Bildhauer - und Baukunst zu sehen. Die Bildhauerkunst steht inder Mitte und ist nicht allzuwohl gerathen. Der Meister davon ist Valerio Cioli. DieStatue der Baukunst hat Giovanni dell'Opera verfertiget und damit mehrere Ehre eingelegt.Die schönste unter allen aber ist die Malerkunst, an welcher sowohl als an dem bullo desBuonarota, der berühmte Battista Lorenzo, der auch Battista del Cavaliere genennt wird,s wcil er ein Discipel des Cavaliere Baccio Bandinelli gewesen seine sonderbare Ge-schicklichkeit erwiesen hat. Ich sehe übrigens keine Ursache, warum Misson und anderedieses Denkmaal für etwas gar schlechtes ausgeben.
Michele Angelo war zu Chiusi in einem Dorfe, so nicht weit von Arezzo imFlorentink-schen liegt, im'Jahre 1474 gebohren, und starb 156z im neunzigsten Jahre seines Alters, ge-ehret und gerühmek von jedermann. Seinen Körper ließ der Großherzog aus Rom, wo-selbst Buonarota verschieden war, nach Florenz bringen und in hiesiger Kirche beysetzen.Seine Landöleute hegen annoch eine so große Hochachtung für ihn, daß sie ihn sowohl inSchriften als Gesprächen il Dlvino iVliLliel-^nAelo nennen. Das Haus, worinnen er zuFlorenz gewöhnet, wird noch von einem seiner Nachkommen und Descendenten, dem Sena-tor Buonaroti, so einer der gelehrtesten Leute ist, welche Italien zu unsern Zeiten ausweisenkann, bewohnet. Die Familie der Buonarota ist von gutem Adel, und schrieb sich des Mi-chel Angelo Vater, Ludov. Buonaroti Simoni von dem alten Hause der Grafen von Canossaher'. Die Aeltern des Mich. Angelo hatten ihren Sohn auch zu einer ganz andern Proses-sion, als der Malerey und Bildhauerkunst, welche sie ihrem Adel nachtheilig hielten, bestim-met ; allein Mich. Angelo ließ ihnen keine Ruhe, bis sie ihm seiner Neigung zu folgen er-laubten, und dem Unterrichte des florentinischen Malers Domenico Ghirlandai übergaben.Als sie wenige Zeit nach seiner Geburt nach Florenz zurück gekehret waren, schickten sie ihrKind zu einer Amme in das Dorf Settignano, welches drey italienische Meilen von Floren;liegt. Die Einwohner daselbst waren fast lauter Stein- und Bildhauer, und selbst der Mannvon der gedachten Amme dieser letzten Kunst zugethan. Da Mich. Angelo auf diese Art inden ersten Jahren seiner Kindheit säst nichts hörte und sah, als was die Bildhauerkunst be-traf, so blieb hernach die Liebe zu solcher Wissenschaft, welche er gleichsam mit der Milch rin-gest-
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