z§2 xi.m. Brief. Relation von den vornehmsten Kirchen
bischofsAntoninuö,vor welcher gedachter Meister auch die Verkündigung Maria an der Wandabgebildet hat. Unter derselben liest man die Worte:
Lalvs mater piewtls A totius Irinitatis noblle rrlclinium Claris:und ferner:
VirAinis intaÄe e) cum venerls ante ü^urain,kretorennclo cave ne llleatur ave.
In einer benachbarten Kapelle sind verschiedene alte krelco-Gemalde zu sehen,welchesamt der Mauer, auf welcher sie sich befinden, von andern Orten, wo sie vor Regen undSturm nicht sicher genug waren, hieher gebracht worden sind. Man zeiget auch noch dasVon Hleron. Portrait Hieronymi Savonarolä eines hiesigen Dominicanermönchs, welcher zu Ende desSavonar . ^sstsEn Jahrhunderts anfänglich in großem Ansehen der Heiligkeit zu Florenz gelebetund hart wider die Unordnungen des Pabstes und seiner Clerisey geprediget hatte, nachmalsaber unter der Macht seiner Feinde unterlag, und von der Inquisition im Jahre 1498 gepei-nigt, gehenkt und verbrannt wurde, wobey die Franciscaner ihren Haß gegen die Domini-caner genugsam an den Tag legten. Die Dominicaner halten vieles auf ihn; verschiedeneProtestanten sehen ihn für einen Vorläufer der Reformation an, und bey den Franzosensteht er noch allezeit in gutem Andenken, als ein Mann, durch dessen prophetischen GeistGott ihrem Könige Karl dem achten viele Vermahnungen, die sein Reich und die italieni-schen Kriege betroffen, habe geben lassen. Andere hingegen finden seine Prophezeihungengar zweydeutig, und diejenigen, so auch die beste Meynung von ihm hegen, können doch nichtleugnen, daß er sich in die politischen Händel mehr, als einem Geistlichen geziemet, gesteckthabe (*). Bey dem päbstlichen Stuhle würde ihm dieses letzte nicht übel ausgeleget wordenseyn, und er desfalls wohl in Ruhe haben leben können, wenn er nur in seinen Predigtenund Schriften die Misbräuche, so bey der Clerisey von dem untersten an bis zum Oberhauptederselben, eingerissen waren, unangetastet gelassen hätte. Allein da er in diesem Stücke nichtschmeicheln oder wenigstens schweigen wollte, so war es kein Wunder, daß sie ihrer Gewohn-heit nach mit ihm verfuhren, als mit einem Missethäter und Sünder, für welchen weder indieser noch in der zukünftigen Welt Vergebung zu hoffen wäre. Der gelehrte Franzose,, hat im achten Theile seiner Kirchenhistorie a. d. 175 Seite, Savona-rolä Unschuld zu retten gesucht, und mit vielem lobe von ihm geschrieben, eben dadurch aberauch Ursache gegeben, daß sein Werk zu Rom unter die Zahl der verbothenen Bücher gesetztworden ist.
In der Kammer, welche Savonarola ehemals bewohnet hatte, ist der Kopf des ster-benden Heilandes vom Mich. Angelo Buonarota vortrefflich gemalt zu sehen. Die vatreserzählen dabey, daß dieses Gemälde nach dem Originale eines sterbenden Menschen, welchenBuonarota mit Fleiß an einem Kreuze hingerichtet habe, um das Gesicht eines auf solcheArt verscheidenden Menschen desto natürlicher ausdrücken zu können, verfertiget worden sey.Allein die ganze Erzählung scheinet einer Fabel gar ähnlich, ob man sie gleich auch zu Romund Neapolis von etlichen andern solchen Gemälden erzählet. Indessen ist meines Erach-
tens
Fabel voneinem Cruci-fixe.
O So steht es, gleichwie auch in der folgen-den Zeile kretereuncio.
(*) Die merkwürdige Lebensgeschichte diesesMannes findet man am ausführlichsten in
L-c v l.n'viAic>ri. kiil.crlt. kürzer aber in v^Ll5.mcmorsb. bitt. ecclet. l'om. I, y. iro6
leg. Von seiner Unschuld hat Joh. Lram pi,kus, Graf;» Mirandola und Loncordia, eineSchutzschrkst Hintersassen, die Joh. Wolf seinen
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