und etlichen andern Merkwürdigkeiten der Stadt Florenz. 40z
tet, die Juden zwar abgesondert, jedoch in der Nachbarschaft der Christen zu fassen, damit siedurch gutes Exempel zum sanften Joche Christi möchten angelocket werden, als daß man siegänzlich hätte verjagen sollen.
Diese Absichten und Bewegungsgründe sind st gerecht und löblich, daß sie billig auchanderwärts allen Irrenden zu statten kommen sollten, allein wo bleiben die guten Exempel derherrschenden Kirchen oder Secten?
Der Fluß Arno scheidet die Stadt Florenz in zween ungleiche Theile, welche vermittelst Brücken übervier steinerner Brücken Gemeinschaft mit einander haben. Die erste von denselben (wenn den Arno.man von unten auf und gegen den Lauf des Stroms rechnet) ist -I kante «lls Larrais, dieandere il kuiue ch 8. Trirntä, die dritte >1 konte Vereine», und die letzte il konte alle 6l2-rie. Die von 8. Irialtä ist die schönste und nur hundert Schritte von der obbeschriebenenStatue der Gerechtigkeit entfernet. Bartolomeo Ammannati, ein berühmter florentinischerBildhauer und Baumeister hat diese Brücke aufgeführt, nachdem diejenige, so vormals da-selbst war, im Jahre 1557 durch eine große Ueberschwemmung gänzlich war hinweggeriffenworden. Man findet anitzo auf derselben vier schöne Statuen aus weißem Marmor, wel-che die vier Jahreszeiten vorstellen. Der Frühling ist von Francavilla Fiammingo, derSommer, wie auch der Herbst von Giovanni Caccini, und der Winter von Taddeo Landini.
Uebrigens hat man allhier auch eine sehr angenehme Aussicht.
Vor dem koMö Vecclüo ist die marmorne Statue des in den Armen einer andern 8tstuLäj»ci«.Person an seinen Wunden sterbenden Ajax. Das gemeine Volk nennet sie zwar eine8 t 3 tuam Alexslchri lvl. allein dieser König ist nicht durch das Schwert oder an einer Wun-de umgekommen.
Ueber der korw Komrms ist zum Andenken der Einzüge, welche der Pabst Leo der kork» kamr-zehnte, und der Kaiser Karl der fünfte durch dieselbe gehalten, eine Jnscription zu lesen.
Ein wenig vorher, ehe man aus der Stadt an dieses Thor kömmt, wird außen an einemHause ein schönes krelco-Gemälde, welches Liovamck cki 8 . Llovmmi verfertiget hat,bemerket.
Die Litaäella 6i 8.6ic>vgrmi Lrittilla ist ein Werk von fünf Bastionen, welches der Citadelle,erste Herzog Alexander, um die Stadt besser im Zaume zu halten, auf der Höhe angelegethat. Aus gleicher Absicht sind noch zwey Forts von Cosmo dem ersten und Ferdinanden ge-bauet worden, welche man aber wieder sehr verfallen lassen.
Man rechnet in Florenz ungefähr neun tausend Häuser und siebenzig taufend Seelen. Größe derDer größte Handel der Stadt besteht in wollenen und seidenen Waaren. Alan will be- Stadt,merket haben, daß wenig Leute in Florenz ein gutes Gesicht haben, und man sie daher imgemeinen Scherze kioremini cleclü nenne. Die Ursache dieses Uebels suchen einige in der gutes Be-feuchten und nebelichen Luft der Stadt; allein auf solche Art müßten die meisten Einwohner ficht;von Mantua, Venedig, Leyden, Amsterdam rc. blind seyn. Zu geschweige«, daß zwar dieSeeküste, keinesweges aber die Stadt Florenz, vielen feuchten Ausdünstungen unterworfenist, und dieser letzte Ort in einer erhöheten und trockenen Gegend liegt. Vielmehr schrei-ben die Florentiner ihrer reinen, leichten und gesunden Luft zu, daß ihre Landeskinder von ^en aufaeseinem aufgeweckten und feurigen Geiste sind, welche cö in allen Wissenschaften sehr hoch wecktengebracht haben. Dantes Aligheri, Franc. Petrarcha, Boccacius, VillanuS, Scipio Am- Geist,miratuö, Accursius, Marsilius Ficinus, Americus Vesputius, GaliläuS, Torricelli, Palme-rius, AngeluS Politianus, Joh.de la Casa, Mich. Angelo Buonaroti, Magliabecchi rc.sind lauter Leute, mit welchen sich die Florentiner groß zu machen wissen. Seit vielen Jah-
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